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Joe Biden ist am Ziel: So ist der Stand bei der Stimmenauszählung

  • Die Präsidentschaftswahl in den USA scheint entschieden: Joe Biden ist der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten.
  • Der Nachrichtensender CNN kürte den 77 Jahre alten Demokraten zum Wahlsieger.
  • Aber noch immer läuft die Auszählung der Stimmen.
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Washington. Joe Biden ist am Ziel: Der 77-Jährige Demokrat ist der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten. Laut dem Nachrichtensender CNN hat er die Mehrheit der Wahlmänner für sich gewinnen können und ist rechnerisch nicht mehr von amtierenden Präsidenten, Donald Trump, einzuholen. Am Samstag sicherte sich Biden den entscheidenden US-Bundesstaat Pennsylvania, der die Entscheidung herbeiführte. Inzwischen sprechen auch die US-Nachrichtensender Fox News und CNN Biden die Wahlmänner aus Nevada zu.

Für den amtierenden Präsidenten Donald Trump ist ein Wahlsieg ohne die 20 Wahlmänner aus Pennsylvania rechnerisch nicht mehr möglich.

Bis alle Stimmen endgültig ausgezählt sind, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Die Wahlhelfer werten unter anderem in Alaska, North Carolina, Arizona und Nevada weiter die Wahlzettel aus. Außer in Alaska zeichnete sich in den anderen Staaten ein sehr knapper Ausgang ab. Angesichts der für die USA ungewöhnlich langen Hängepartie nach der Abstimmung vom Dienstag kam es in mehreren Städten zu teils gewaltsamen Protesten.

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Joe Biden ist gewählter Präsident der USA
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Lange war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, jetzt ist es klar: Joe Biden wird der 46. Präsident der USA.  © Reuters

Georgia - 16 Wahlleute

Mit 14.100 Stimmen führt Joe Biden im Südstaat Georgia. Am Mittwoch konnte der gewählte Präsident seinen Vorsprung damit nochmals ausbauen. Aktuell bedeutet das eine Verteilung von 49,5 (Biden) zu 49,2 Prozent (Trump) bei mehr als 99 Prozent der ausgezählten Stimmen.

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Am Mittwochnachmittag deutscher Zeit wurde bekannt gegeben, dass alle Stimmen noch mal per Hand gezählt werden. Dieses Prozedere könnte bis zum 20. November andauern.

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Hält sich der Supreme Court aus der US-Wahl heraus?
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Um den Obersten Gerichtshof einzuschalten, braucht es ein juristisches Argument. Die Auszählung stoppen zu wollen, sei keines, glaubt Rechtsexperte Jan Wolff.  © Reuters
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North Carolina - 15 Wahlleute

Auch in dem Ostküsten-Staat gibt es noch keine Entscheidung. Bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 98 Prozent lag Trump mit 50,0 Prozent vor Biden (48,7 Prozent).

In North Carolina werden noch Briefwahlzettel akzeptiert, die bis zum 12. November ankommen. Gut möglich, dass der Bundesstaat bis dahin kein Ergebnis bekannt gibt.

Nevada - 6 Wahlleute

In Nevada führte Biden mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor Trump (47,5 Prozent) bei 98 Prozent ausgezählten Stimmen. Der Vorsprung wuchs bereits vergangene Woche immer weiter an. Biden liegt damit 36.700 Stimmen in Führung.

In Nevada kommen allerdings noch immer neue Briefwahlstimmen in den Wahllokalen an. Alle Stimmzettel, die bis zum späten Abend des 10. November eingetroffen sind, werden gewertet.

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Arizona - 11 Wahlleute

Hier hielt das Trump-Lager weiter die Hoffnung hoch, das Ergebnis noch kippen zu können. Die bei der Bekanntgabe von Ergebnissen sehr zurückhaltende AP hatte in Arizona bereits in der Wahlnacht eine Entscheidung für Biden gemeldet, ebenso der TV-Sender Fox. Biden führt bei einem Auszählungsstand von 98 Prozent noch mit 49,4 Prozent vor Trump mit 49,0 Prozent - das entspricht rund 12.813 Stimmen. Der Vorsprung Bidens schmolz damit in den letzten Tagen immer weiter.

Alaska - 3 Wahlleute

Alaska ist traditionell republikanisch - und wird es auch bei dieser Wahl bleiben. Am Mittwoch verkündeten die Sender CNN und NBC Donald Trump habe sich die Mehrheit in dem Bundesstaat gesichert. Allerdings sind erst 71 Prozent der Stimmen ausgezählt. Aktuell stehen 56,9 Prozent auf dem Konto von Trump und 39,1 Prozent auf dem Joe Bidens. Offizielle Vertreter des Bundesstaats haben bereits angekündigt, dass Alaska der letzte Staat sein könnte, der seine Auszählung beendet.

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Die Wahlkampfmanager beider Seiten erklärten, ihre Kandidaten seien siegessicher und würden sich die noch offenen Bundesstaaten sichern. „Unsere Daten zeigen, dass Joe Biden der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird“, sagte Bidens Wahlkampfmanagerin Jen O'Malley Dillon. Trumps Wahlkampfleiter Bill Stepien sagte, der Präsident stehe gut da und werde die Wahl gewinnen. „Donald Trump ist am Leben, und es geht ihm gut“, sagte er.

In mehreren Staaten schickte Trumps Wahlkampfteam Anwälte mit Klagen los, um gegen eine drohende Niederlage vorzugehen. Trump selbst forderte über Twitter einen Stopp der Stimmauszählung. Zudem behauptete er, es gebe „reichlich Beweise“ für Wahlbetrug. Twitter versah mehrere von Trumps Nachrichten mit einem Warnhinweis. Biden hingegen forderte: „Jede Stimme muss gezählt werden.“

Trumps Wahlkampagne kündigte zudem an, in Wisconsin mit Blick auf „Unregelmäßigkeiten“ eine Neuauszählung der Stimmen beantragen zu wollen. In Michigan hat sie nach eigenen Angaben Klage bei einem Gericht eingereicht und einen sofortigen Stopp der weiteren Auszählung verlangt, bis den Republikanern Zugang zu den Wahllokalen gewährleistet werde.

O’Malley Dillon: Schritte Trumps Verzweiflungstat eines Verlierers

In Pennsylvania wollen die von den Republikanern beauftragten Anwälte verhindern lassen, dass Briefwahlstimmen als gültig gewertet werden, die bis Freitag eintreffen - diese Regelung hatte das Oberste Gericht der USA zugelassen. In Georgia klagte Trumps Wahlkampfteam, weil 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien.

O'Malley Dillon bezeichnete die rechtlichen Schritte Trumps als Verzweiflungstat eines Verlierers. Trump hatte bereits in der Wahlnacht den Sieg für sich beansprucht - obwohl zu dem Zeitpunkt noch Millionen Stimmen auszuzählen waren.

In New York, Portland, Detroit, Chicago, Philadelphia und Phoenix war es am Mittwochabend zu Protesten gekommen. Zum Teil forderten dabei Anhänger Bidens die korrekte Auszählung aller Stimmen, Anhänger Trumps forderten einen Stopp der Auszählung und witterten Betrug.

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Donald Trumps Forderung, die Auszählung der abgegebenen Stimmen nach der US-Wahl stoppen zu wollen, sorgt bei deutschen Politikern für deutliche Kritik.  © RND


Bei den Teilwahlen zum Kongress, die gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl stattfanden, zeichnete sich unterdessen ab, dass es zu keinen größeren Verschiebungen in beiden Häusern kommt. Demnach könnten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus behaupten. Die Republikaner haben dagegen gute Chancen, ihre Mehrheit im Senat zu verteidigen. In Georgia kommt es zu mindestens einer Stichwahl um einen Senatssitz am 5. Januar 2021. In dem Bundesstaat ist auch das Rennen um einen weiteren Senatssitz so knapp, dass eine Stichwahl nicht ausgeschlossen erscheint.

Erstmals wurden zwei schwarze Abgeordnete ins Repräsentantenhaus gewählt, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen - Mondaire Jones und Ritchie Torres.

In den USA gab es unterdessen erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Am Mittwoch gab es 102.831 bekannte Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen gemeldet worden waren.

Insgesamt haben sich in den USA, einem Land rund 330 Millionen Einwohnern, rund 9,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 234.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

RND/fw/ch/dpa

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