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Biden besucht Johnson: Wird der G7-Gipfel eine historische Weichenstellung?

  • US-Präsident Joe Biden hat im Rahmen seiner ersten Auslandsreise zum G7-Gipfel den britischen Premierminister Boris Johnson getroffen.
  • Von Freitag bis Sonntag tagen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen in dem Badeort Carbis Bay.
  • Die drei Tage könnten historisch werden.
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Carbis Bay. Die perfekte Inszenierung sollte schon am Tag vor dem Start des G7-Gipfels beginnen. Doch das typisch englische Sommerwetter – es war grau und nieselig – hielt Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Joe Biden von einem Ausflug zur Gezeiteninsel St. Michael’s Mount an der Südwestspitze Englands in der Grafschaft Cornwall ab.

Ihr erstes Aufeinandertreffen seit Bidens Amtsübernahme fand deshalb in Carbis Bay statt, wo am Freitag die dreitägige Konferenz startet. Bevor die anderen Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Japan nach Cornwall reisten, wollten Boris Johnson und Joe Biden die Richtung für die nächsten Tage vorgeben.

Und vor allem der britische Premierminister beabsichtigte, sich auf der Weltbühne neben dem US-Präsidenten als treibende Kraft bei der Lösung der großen globalen Probleme zu präsentieren.

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Erster G7-Gipfel nach zwei Jahren findet in England statt
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Der Gipfel der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten ist das erste persönliche Treffen der Staats- und Regierungschefs seit fast zwei Jahren.  © Reuters

Sie planten, eine neue Atlantik-Charta zu vereinbaren – als Vorbild dient jenes Dokument, das der britische Premier Winston Churchill, passenderweise Johnsons Idol, und US-Präsident Franklin D. Roosevelt 1941 während des Zweiten Weltkriegs beschlossen hatten. Die damaligen Entscheidungen gelten als Wegbereiter für die Vereinten Nationen und die Nato. Würde dieser G7-Gipfel ähnlich historische Weichenstellungen setzen?

Treffen von Merkel und Biden geplant

Mit dem Treffen, gesichert von rund 6500 Polizisten, wollten die weltweit führenden demokratischen Nationen vor allem Geschlossenheit signalisieren. Es ist Bidens erste Auslandsreise seit seinem Amtsantritt im Januar. Begleitet wird er von First Lady Jill. Am Rande des Gipfels will der US-Präsident auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenkommen.

Große Teile der Choreografie werden dem Publikum vertraut vorkommen: Bilaterale Gespräche, vorbereitete Kommuniqués, Pressestatements und das traditionelle Familienfoto der Politiker vor der atemberaubenden Kulisse von Cornwall.

Und doch hat sich die Welt dramatisch verändert, seit sich die Staatenlenker vor zwei Jahren in Frankreich zum letzten Mal getroffen haben. Dementsprechend oben auf der Agenda stehen die Folgen der Corona-Pandemie und die wirtschaftliche Erholung, zudem der Klima- und Artenschutz sowie die Stärkung gemeinsamer demokratischer Werte.

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Viele Vertreter im Bereich der globalen Gesundheit betrachteten diese drei Tage als „den wichtigsten G7-Gipfel in seiner gesamten Geschichte“, sagte Robert Yates vom renommierten Londoner Thinktank Chatham House.

„Für die Staats- und Regierungschefs gibt es das Potenzial, etwas sehr Dramatisches zu unternehmen und als Helden zu erscheinen, um die Welt zu retten.“ Immerhin, die G7 habe „viel Macht, Geld und Ressourcen“, so Yates.

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Es steht viel auf dem Spiel, umso höher sind die Erwartungen. Für Boris Johnson sei es eine Chance zu demonstrieren, dass er nicht das „zynische Leichtgewicht“ sei, wie ihn viele im Ausland betrachten, meinte ein Kommentator in der „Financial Times“.

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Härterer Kurs gegen Russland und China: Großbritannien will G7-Staaten einschwören
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Auch Außenminister Maas bestätigt, dass es bei dem Treffen unter anderem um die chinesische Beteiligung am 5G-Netzwerkausbau gehen soll.  © Reuters

Tatsächlich dürfte der britische Premier zeigen wollen, dass es sich bei Global Britain mehr als um einen Slogan handelt. Den Blick in die weite Welt zu richten ist die Devise seit dem Austritt des Königreichs aus der EU.

Auch Renata Dwan, die stellvertretende Direktorin von Chatham House, bewertet die Voraussetzungen gut. Boris Johnson wolle einen Erfolg und die USA ebenfalls, um sagen zu können, dass sie zurück auf der multilateralen Bühne sind. „Aus einer ganzen Reihe von Gründen hat jeder ein Interesse daran, diesen Gipfel wie einen Erfolg aussehen zu lassen.“

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