Berlin vor Zusagen von Milliardenhilfe bei Syrien-Konferenz

  • Schon im vergangenen Jahr sicherte Deutschland auf der Syrien-Geberkonferenz mehr als eine Milliarde Euro Hilfen zu.
  • Nach Medienberichten will sich die Bundesrepublik auch in diesem Jahr wieder mit einer ähnlichen Summe engagieren.
  • Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes fordert neue Konzepte - auch gegen politische Interessen.
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Brüssel. Bei der am Montag beginnenden Syrien-Geberkonferenz in Brüssel will die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge deutlich mehr als eine Milliarde Euro an Hilfen zusagen. Deutschland wolle Mittel in vergleichbarer Höhe wie bei der Brüsseler Konferenz 2020 zur Verfügung stellen, meldete die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf das Auswärtige Amt. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung den Angaben zufolge 1,6 Milliarden Euro für Syrien und die Nachbarländer zugesagt.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, forderte derweil eine Neuausrichtung der Syrien-Hilfen. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssten dringend neue Konzepte entwickeln, sagte er am Montag im Deutschlandfunk. Bislang könnten Hilfsorganisationen wegen der EU-Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad nur Nothilfe leisten, etwa in Form von Nahrung oder medizinischen Gütern. Ein Wiederaufbau sei aus politischen Gründen untersagt.

Hoffen auf 10-Milliarden-Dollar-Zusagen

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Neher forderte eine Abkehr von dieser Linie, auch wenn dadurch möglicherweise das syrische Regime gestärkt würde. Es sei nicht mehr akzeptabel, nur auf die großen politischen Strategien zu achten und dabei die Not der Menschen zu vergessen, erklärte der Caritas-Präsident.

Bei der zweitägigen Konferenz in Brüssel hoffen die Vereinten Nationen auf Zusagen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar (8,5 Milliarden Euro), um notleidende Menschen in Syrien und Flüchtlinge in den Nachbarländern versorgen zu können. Insgesamt sind nach UN-Angaben 24 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf humanitäre Hilfe angewiesen. Benötigt werden vor allem Lebensmittel Wasser und Medikamente. Die virtuelle 5. Syrien-Konferenz wird gemeinsam mit der EU ausgerichtet.

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Der Konflikt in Syrien begann vor zehn Jahren mit einem Aufstand, den das Assad-Regime blutig niederschlug. In Kämpfen zwischen der Armee, Rebellen und Terrormilizen starben Hunderttausende Menschen, das Land ist in weiten Teilen verwüstet.

RND/epd

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