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Kampf um Teilhabe von gehörlosen Menschen: Aktivist seit zehn Tagen im Hungerstreik

  • Vor dem Kanzleramt ist Steffen Helbing vor zehn Tagen in einen Hungerstreik getreten.
  • Der Vorsitzende des Brandenburger Landesverbands der Gehörlosen will mit dem drastischen Mittel ein deutliches Zeichen setzen.
  • Erst wenn seine Forderungen erfüllt werden, will er die Aktion beenden.
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Berlin. Der Vorsitzende des Brandenburger Landesverbands der Gehörlosen, Steffen Helbing, kämpft seit zehn Tagen mit einem Hungerstreik für mehr Teilhabe von gehörlosen Menschen. Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet, nannte er die Aktion in einer Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Kanzleramt ein „drastisches, aber nötiges Mittel“. In 16 Jahren der ehrenamtlichen Aktivität habe sich kaum etwas getan – sowohl politisch als auch privat. Die Teilhabe von gehörlosen Menschen am gesellschaftlichen Leben sei weiter stark eingeschränkt.

Helbing will etwa durchsetzen, dass im politischen Diskurs Gebärden­dolmetscher zum Einsatz kommen müssen, etwa bei Parteitagen und Gremiensitzungen. Privat einen zu beauftragen, sei mit rund 85 Euro pro Stunde viel zu teuer. Der Aktivist will seinen Hungerstreik erst beenden, wenn seine Forderungen erfüllt werden. Er rief Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien dazu auf, ihn in seiner überdachten Behausung vorm Kanzleramt zu besuchen und an Lösungen zu arbeiten.

Helbing ist gehörlos und Rollstuhlfahrer. Im September war er für das ehrenamtliche Engagement seines Verbandes von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ausgezeichnet worden.

RND/cz/epd

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