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Druck auf Ampelkoalitionäre: Fridays for Future protestiert erneut in Berlin

  • Tausende Demonstrierende der Klimabewegung gingen am Freitag im Regierungsviertel auf die Straße.
  • Sie fordern weitreichende Klimaschutzmaßnahmen in den ersten 100 Amtstagen.
  • Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik will „harte Verhandlungen“ für eine Koalitionsbildung.
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Berlin. Tausende Demonstranten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future haben am Freitag in Berlin erneut protestiert – auch um Druck auf die Ampelkoalitionsgespräche im Bund zu erhöhen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers nahmen ungefähr 11.000 Menschen an dem Klimastreik teil. Angemeldet waren 10.000 Menschen. Die Organisatoren sprachen von 20.000 Demonstrierenden. Ein Teil der Aktivistinnen und Aktivisten war laut den Veranstaltern zuvor in Bussen aus ganz Deutschland angereist.

Unter dem Motto „Ihr lasst uns keine Wahl“ zogen sie vom Brandenburger Tor aus durch das Regierungsviertel. Ihr Protest führte sie bei stürmischem Wetter auch an der SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, vorbei.

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Berlin: Tausende bei Klima-Demo am Brandenburger Tor
1:03 min
In Berlin demonstrieren tausende Menschen für mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel.  © AFP

„Kompromisse mit unseren Lebensgrundlagen“

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Pauline Brünger, Pressesprecherin von Fridays for Future, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „In diesem Moment werden in den Koalitionsverhandlungen Kompromisse mit unseren Lebensgrundlagen gemacht. Das können wir nicht verantworten.“

Im Wahlkampf hätten alle Parteien versprochen, sich an das 1,5-Grad-Ziel zu halten. Nach dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 soll die Erderhitzung unter 2 Grad und möglichst bei 1,5 Grad begrenzt werden. „Faktisch haben sie uns aber belogen.“ Die Regierung müsse daher jetzt echten Klimaschutz umsetzen, mit dem das 1,5 Grad-Ziel erreicht werde.

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Am Mittwoch hatten die Aktivistinnen und Aktivisten einen Sechs-Punkte-Forderungskatalog an die künftige Bundesregierung vorgestellt. Darin enthalten ist die Verabschiedung eines 1,5-Grad-konformen CO₂-Budgets als Grundlage zur Emissionsreduktion.

Außerdem fordern sie einen verbindlichen Kohleausstieg bis 2030, eine Versiebenfachung des Ausbaus der erneuerbaren Energien, sowie einen Einbaustopp für fossile Verbrennermotoren bis 2025. Diesen Sofortmaßnahmen solle die neue Regierung in ihren ersten 100 Amtstagen nachkommen.

Grünen-Politikerin unterstützt Klimastreik

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Die Grüne-Jugendorganisation hatte die Ampelkoalitionäre zuvor ebenfalls für den Verhandlungsstand beim Klimaschutz kritisiert und sich den Forderungen von Fridays for Future angeschlossen. Unterstützung kommt auch von der Grünen-Bundestagsabgeordneten Nyke Slawik, die neu ins Parlament eingezogen ist.

„Ich finde es wichtig, dass Menschen weiter auf die Straße gehen, um für Klimaschutz zu demonstrieren“, sagte Slawik dem RND. „Wir brauchen den Druck aus der Zivilgesellschaft, wenn die nächste Regierung wirklich eine Klimaregierung werden soll.“

Slawik sagte, sie glaube zwar, dass eine Ampelkoalition eine deutliche Verbesserung beim Klimaschutz bringen werde. Dazu seien im Sondierungspapier einige gute Punkte aufgetaucht wie der Kohleausstieg – in dem Papier steht dazu allerdings nur, dass Deutschland „idealerweise“ bis 2030 aus der Kohle aussteigen soll.

Ferner nannte Slawik die Vorschläge zu Solarenergie auf Dächern und zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie. „Aber allein das wird nicht reichen, um die Pariser Klimaziele einzuhalten. Im Bereich Verkehr gab es im Sondierungspapier noch auffällige Leerstellen.“ Gerade deshalb brauche es noch „harte Verhandlungen“ bei der Ampel.

Nötig sei darüber hinaus „ein umfassendes, radikales Umdenken, wenn wir noch auf einen 1,5-Grad-Pfad kommen wollen“. Sie werde daher auch in Zukunft an den Klimaprotesten teilnehmen, stellte die Grünen-Politikerin klar.

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Kundgebungen auch in anderen Bundesländern

Weitere Kundgebungen fanden am Freitag unter anderem auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg statt. Die Demonstration ist Teil der Aktionstage des Bündnisses „Gerechtigkeit Jetzt!“ anlässlich der Koalitionsverhandlungen.

Ende Oktober findet in Glasgow die zweiwöchige Weltklimakonferenz statt, die als entscheidend für den weiteren Kampf gegen die Erderhitzung gilt.

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