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Amri-Helfer aus Clan-Milieu: Behördenleiter hielt Hinweis für falsch

  • Ein Informant hat bereits 2017 auf mögliche Beziehungen des Berlin-Attentäters Anis Amri ins Clan-Milieu hingewiesen.
  • Allerdings soll ein Referatsleiter des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern den Hinweis nicht weitergegeben haben.
  • Im Untersuchungsausschuss rechtfertigte sich der Chef der Behörde damit, dass die Informationen nicht schlüssig gewesen seien.
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Berlin. Der Leiter des Verfassungsschutzes von Mecklenburg-Vorpommern, Reinhard Müller, hat den Vorwurf zurückgewiesen, seine Behörde habe wichtige Hinweise eines Informanten auf mögliche Hintermänner des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri aus dem Berliner Clan-Milieu zu Unrecht versenkt.

Müller sagte am Donnerstag als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, die damals gelieferten Informationen seien „in sich nicht schlüssig“ gewesen und deshalb nicht an Bundesbehörden weitergegeben worden.

Als die Abgeordneten ihn nach dem Mitarbeiter fragten, der den Hinweis des Informanten aus Berlin damals an seinen Referatsleiter gemeldet hatte, antwortete Müller, er könne weitere Aussagen nur in einer geheimen Sitzung machen.

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Mitarbeiter gab Hinweis schließlich an andere Vorgesetzte

Nach Einschätzung von Mitgliedern des Ausschusses hatte dieser Referatsleiter jedoch in einer geheimen Zeugenvernehmung nicht schlüssig erklären können, weshalb er den Hinweis im Februar 2017 nicht an die Ermittler oder das Bundesamt für Verfassungsschutz weitergegeben hatte.


Sein Mitarbeiter hatte den Hinweis damals für glaubwürdig gehalten. Er leitete ihn 2019 schließlich an andere Vorgesetzte und auch an Vertreter von Bundesbehörden weiter.

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Flucht bis heute ungeklärt

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert und den Fahrer getötet. Anschließend raste der Tunesier mit dem Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, wo elf weitere Menschen starben und Dutzende verletzt wurden. Wie es Amri, der später in Italien von der Polizei erschossen wurde, nach dem Attentat gelang, Berlin unerkannt zu verlassen, ist bis heute ungeklärt.

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Unweit der Gedächniskirche wurde eine Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt am 19.12.2016 in Berlin eingerichtet. © Quelle: imago/Revierfoto

Wie die Ausschussmitglieder inzwischen herausfanden, hatte der Informant aus dem Islamisten-Milieu seinem Kontaktmann beim Landesamt für Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern rund zwei Monate nach dem Anschlag berichtet, er habe in Berlin - mehr oder weniger zufällig - mitgehört, wie sich Mitglieder eines arabischen Clans über Amri unterhielten.

Dem Vernehmen nach schloss der Informant aus diesem und einem weiteren Gespräch, sie hätten ihm Geld gegeben und auch bei der Flucht geholfen.

RND/dpa

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