• Startseite
  • Politik
  • Berlin-Anschlag - Chef der Innenministerkonferenz: Islamismus nicht unterschätzen

Chef der Innenministerkonferenz nach Berlin-Anschlag: Islamismus nicht unterschätzen

  • Ein 30-jähriger Iraker hat am Dienstagabend auf der Berliner Stadtautobahn gezielt andere Fahrzeuge attackiert.
  • Der Täter gilt als Grenzfall zwischen islamistischer Gesinnung und psychischer Labilität.
  • Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier, fordert nun, die islamistische Gefährdung weiter ernst zu nehmen.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), hat nach dem jüngsten Anschlag von Berlin gefordert, den islamistischen Terrorismus weiter ernst zu nehmen.

“Das war ein hinterhältiger Angriff, der deutlich macht, dass die Gefahr des religiös motivierten Terrors nicht unterschätzt werden darf”, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Maier fügte hinzu: “Für die Sicherheitsbehörden bleibt es eine große Herausforderung, diese Radikalisierung frühzeitig zu erkennen. Wir müssen darauf hinarbeiten, sowohl Strukturen als auch potenzielle Einzeltäter durch einen personenorientierten Ansatz stärker in den Blick zu nehmen.” Der SPD-Politiker wünschte “allen Opfern schnelle Genesung und viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten”.

Nach dem als islamistisch eingestuften Autoanschlag auf der Berliner Stadtautobahn arbeiten die Behörden intensiv an der Aufklärung. Der 30-jährige Angreifer habe sich bislang nicht geäußert, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag. Nach einer psychiatrischen Begutachtung werde bei dem Iraker von einem “bizarren, religiösen Wahn” ausgegangen. Der Mann sei in der Psychiatrie im Maßregelvollzug, dem Haftkrankenhaus, untergebracht. Wegen der psychischen Erkrankung sei eine Schuldunfähigkeit nicht auszuschließen.

Video
Unfälle auf Berliner Stadtautobahn: Ermittler vermuten islamistisches Motiv
1:48 min
Am Dienstagabend kam es in Berlin zu mehreren Unfällen auf der Autobahn. Es habe sich um gezielte Angriffe, vor allem auf Motorradfahrer gehandelt, hieß es.  © Reuters
Anzeige

Der abgelehnte Asylbewerber hatte am Dienstagabend auf der Stadtautobahn gezielt Fahrzeuge angegriffen und gerammt. Er machte demnach Jagd auf Motorradfahrer. Sechs Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes in mindestens drei Fällen. Wegen des islamistischen Hintergrunds hat die Generalstaatsanwaltschaft den Fall übernommen.

Tatsächlich gilt der Attentäter wie andere Fälle vor ihm als Grenzfall.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen