Kurswechsel in Washington?

Bericht: USA könnten Ukraine bei Krim-Befreiung unterstützen

Ein Kurswechsel von Präsident Joe Biden könnte für den Krieg in der Ukraine entscheidend sein.

Ein Kurswechsel von Präsident Joe Biden könnte für den Krieg in der Ukraine entscheidend sein.

Seit der Annektierung der Krim durch Russland im Jahr 2014 war die Kommunikation der USA stets klar: Die Krim ist und bleibt Teil der Ukraine. Auch der Ausbruch des Krieges hat daran nichts geändert, obwohl sich das Pentagon bisher immer geweigert hatte, Waffen zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte auf die Krim zu schicken.

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Von dieser Linie scheint die US‑Regierung nun allerdings abzurücken. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge sei man in Washington zu der Erkenntnis gelangt, dass man die Position Kiews in künftigen Verhandlungen stärken könne, wenn man Russland klar mache, dass die Kontrolle des Landes über die Krim bedroht sei.

Die Krim als ein strategischer Stützpunkt Russlands

„Ohne die Krim fällt die ganze Sache auseinander“, wird Evelyn Farkas, die oberste Pentagon-Beauftragte für die Ukraine unter der Obama-Regierung, in dem Bericht zitiert. Laut ukrainischen Regierungs­vertretern ist die Krim ein wichtiges Ziel für ihre Angriffe. Der anhaltende militärische Druck auf die russischen Stützpunkte dort sei ein wichtiger Teil der ukrainischen Strategie.

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Gespräche zwischen Präsident Joe Biden und ukrainischen Regierungs­vertretern hätten klar gemacht, dass Kiew die militärische Unterstützung brauche – auch wenn dieser Schritt das Eskalations­potential zwischen Russland und den USA erhöhe, berichtet die NYT. Die Befürchtung vor einem nuklearen Schlag hätte sich aber nach der Ansicht von US‑Beamten und ‑Fachleuten verringert.

Machtdemonstration soll Moskau verunsichern

Zwar sei man in der Biden-Regierung nicht überzeugt, dass die Ukraine mit mehr Waffen die Krim zurück­erobern könne, aber indem die Ukraine demonstriere, dass sie in der Lage sei, die Krim anzugreifen, so amerikanische Beamte dem Bericht zufolge, stelle man die russische Kontrolle infrage.

Für die „New York Times“ sind die neuen Töne aus Washington ein Indiz, dass sich die USA seit Kriegsbeginn immer mehr aus der Reserve wagen. Zu Beginn hatte das Pentagon nicht öffentlich zugeben wollen, dass es Stinger-Flug­abwehr­raketen für die ukrainischen Truppen bereitstellte. Auch von dieser Haltung ist man weit abgerückt und beliefert die Ukraine nun mit verschiedenen Waffensystemen.

Putin hält einen Sieg gegen die Ukraine für „unvermeidlich“

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach eigenen Worten fest von einem Sieg in der Ukraine überzeugt.

Zermürbender Krieg setzt auch westliche Mächte unter Druck

Die Überlegung, der Ukraine dabei zu helfen, die von Putin besetzte Halbinsel Krim anzugreifen, sei ein mutiger Schritt. Jedoch ist man in Washington noch nicht bereit, die Lang­strecken­raketen zu schicken, die auf der Krim die russischen Stellungen treffen könnten. Man begnügt sich damit, über den Einsatz von Waffen aus amerikanischer Produktion – von Himars-Raketensystemen bis hin zu Bradley-Kampf­fahr­zeugen – zu sprechen. Diese könnten möglicherweise zum Angriff einer von Putin kontrollierten Landbrücke dienen, die als wichtige Versorgungs­route fungiert und die Krim über die von Russland besetzten Städte Melitopol und Mariupol mit Russland verbindet.

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Tatsächlich könnten die amerikanischen Waffen­lieferungen an der Seite von Panzer­fahr­zeugen, die Deutschland und Frankreich schicken wollen, eine Vorhut einer gepanzerten Streitmacht bilden, die die Ukraine in einer Gegen­offensive in diesem Winter oder Frühjahr starten könnte, erklärt der Artikel. „Wir glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um unsere Unterstützung für die Ukraine zu verstärken“, sagte der britische Außenminister James Cleverly am Dienstag bei einem Besuch in Washington. „Wir können nicht zulassen, dass sich das Ganze in die Länge zieht und zu einer Art zermürbender Pattsituation wie im Ersten Weltkrieg wird.“

RND/rix

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