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Bericht aus dem Weißen Haus: Trump bei Protesten in Sicherheitsbunker gebracht

  • Während der Proteste am Freitag in Washington soll US-Präsident Trump in den Sicherheitsbunker des Weißen Hauses gebracht worden sein.
  • Dort verharrte er fast eine Stunde.
  • Der Vorfall zeigt die Nervosität der Sicherheitskräfte.
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Washington. Während gewaltsamer Proteste vor dem Weißen Haus ist US-Präsident Donald Trump am Freitagabend in einen Sicherheitsbunker gebracht worden. Das berichtete ein Republikaner mit engen Verbindungen ins Weiße Haus anonym; ein weiterer Beamter bestätigte dies. Hunderte Menschen hatten am Freitag vor dem Weißen Haus gegen Polizeigewalt demonstriert, einige warfen Steine und rüttelten an Polizeibarrikaden.

Trump verbrachte fast eine Stunde in dem Bunker, der dem Schutz des Präsidenten in Notfällen wie etwa einem Terrorangriff dient. Ob auch First Lady Melania und beider 14-jähriger Sohn Barron in den Bunker gebracht wurden, war zunächst nicht bekannt. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab. Die Sicherheitsvorkehrungen um den Präsidentensitz wurden in den vergangenen Tagen verstärkt.

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New York: Ein Geländewagen der New Yorker Polizei steht in Brooklyn in Flammen. Seit Tagen gibt es friedlichen, aber auch gewaltsamen Protest in den USA. Er richtet sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten gegen Rassismus und Polizeigewalt.  @ Quelle: Michael Nagle/XinHua/dpa

Die abrupte Entscheidung der Sicherheitskräfte vom Secret Service spiegelte die aufgewühlte Stimmung im Weißen Haus wider. Die Demonstranten im nahe gelegenen Lafayette Park waren das ganze Wochenende über im Weißen Haus zu hören. Beamte des Secret Service und Strafverfolgungsbeamte hatten Mühe, die Menge unter Kontrolle zu behalten.

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Am Samstag reiste Trump zum Start einer bemannten Raumkapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX nach Florida und kehrte anschließend wieder nach Washington zurück. Am Sonntag trat er nicht öffentlich auf. Seine Berater erörterten die Möglichkeit einer Ansprache Trumps aus dem Oval Office, ließen die Idee aber mangels politischer Vorschläge zur Beruhigung der Lage rasch wieder fallen.

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Zudem schien der Präsident kein Interesse daran zu haben, eine Botschaft der Einheit an die Nation zu senden. Am Sonntag leitete er einen Tweet eines konservativen Kommentatoren weiter, in dem die Behörden ermutigt wurden, mit größerer Härte vorzugehen. “Das wird nicht aufhören, bis die Guten bereit sind, überwältigende Stärke gegenüber den Bösewichten einzusetzen”, schrieb Buck Sexton in dem von Trump weiterverbreiteten Tweet.

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Tod des Afroamerikaners George Floyd wühlt Europa auf
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In Berlin und London sind Hunderte Menschen auf die Straßen gegangen, um ihren Unmut über die Gewalttaten weißer US-Polizisten an Afroamerikanern kundzutun.  © Reuters

Die Proteste waren durch den Tod des Schwarzen George Floyd in Polizeigewalt in Minneapolis am Montag vergangener Woche ausgelöst worden. Er starb, nachdem ein weißer Polizist minutenlang mit seinem Knie auf den Hals des gefesselten und am Boden liegenden Floyd gedrückt hatte. Die Proteste infolge von Floyds Tod lösten eine der höchsten Alarmstufen im Weißen Haus seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 aus.

RND/AP

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