Gefechte in Berg-Karabach gehen trotz offizieller Waffenruhe weiter

  • Die Gefechte zwischen Aserbaidschan und Armenien in der Region Berg-Karabach dauern weiter an.
  • Armenien meldete nun erneut “massiven Beschuss”.
  • Dabei gilt eigentlich bereits seit Tagen eine Waffenruhe.
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Baku/Eriwan. Ungeachtet neuer Appelle aus Russland und der Türkei zur Einhaltung der Waffenruhe dauern die Gefechte in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus an. Armenien meldete am Donnerstagmorgen einen “massiven Beschuss” im Norden und Südosten der Region und machte dafür Aserbaidschan verantwortlich. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der armenischen Hauptstadt Eriwan war die Lage in der Nacht “relativ stabil”.

Aserbaidschan sprach dagegen von einer "angespannten Situation" in den Nachtstunden. Armenische Streitkräfte hätten versucht, aserbaidschanische Soldaten aus verschiedenen Richtungen an der Frontlinie anzugreifen, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Baku mit. Armenien habe dabei "schwere Verluste" erlitten. Diese Angaben lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

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Brüchige Waffenruhe in Berg-Karabach
2:13 min
Keine Ruhe für die Bewohner der Region Berg-Karabach. Die befeindeten Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan halten sich nicht an die Waffenruhe.  © Reuters

Eigentlich gilt längst eine Waffenruhe

Bei den seit Ende September andauernden neuen schweren Gefechten hat Aserbaidschan bereits mehrere Gebiete in Berg-Karabach eingenommen. Armenien hatte dies am Mittwoch erstmals bestätigt. Die armenische Seite beklagte Hunderte Tote in den eigenen Reihen. Aserbaidschan gab bislang nur die Zahl der getöteten Zivilisten mit 43 an. Zu den Verlusten bei seinen Streitkräften wurden keine Angaben gemacht.

Am Mittwochabend betonten Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan bei einem Telefonat, dass die Feuerpause eingehalten werden müsse. Gegen die Waffenruhe, die unter russischer Vermittlung zustande kam, war bereits kurz nach Inkrafttreten am Samstag verstoßen worden.

RND/dpa

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