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  • Berg-Karabach: Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan wackelt

Neue Angriffe in Berg-Karabach: Waffenruhe hält wohl nicht

  • Eigentlich sollte seit Samstag eine Waffenruhe in der Kaukasusregion Berg-Karabach gelten.
  • Doch die ist nach zwei Tagen offenbar schon gescheitert.
  • Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig vor, Angriffe ausgeführt zu haben.
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Eriwan. Die von Russland vermittelte Waffenruhe für die Kaukasusregion Berg-Karabach hält nicht: Armenien und Aserbaidschan warfen sich am Montag erneut gegenseitig vor, Angriffe ausgeführt zu haben. Eigentlich sollten die Waffen seit Samstag schweigen.

Das armenische Verteidigungsministerium teilte mit, aserbaidschanische Einheiten bombardierten “intensiv die südliche Front” der Konfliktzone. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium meldete armenischen Beschuss auf die Ortschaften Goranboy, Terter und Agdam.

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Waffenruhe soll Weg für Gespräche öffnen

Am 27. September sind in der völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region, in der mehrheitlich Armenier wohnen, die schwersten Kämpfe seit dem 1994 mit einem Waffenstillstand beendeten Krieg ausgebrochen. Russland hat ein Sicherheitsabkommen mit Armenien, aber auch enge Beziehungen zu Aserbaidschan. Beide Länder sind ehemalige Sowjetrepubliken.

Die Waffenruhe war am frühen Samstagmorgen nach zehnstündigen Gesprächen in Moskau unter Vermittlung des russischen Außenministers Sergej Lawrow verkündet worden. Sie sah vor, dass die Feuerpause den Weg für Gespräche für eine Beilegung des Konflikts bereitet.

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Lage in Bergkarabach spitzt sich wieder zu
1:39 min
Eigentlich hatten Armenien und Aserbaidschan am Samstag eine Waffenruhe vereinbart.  © Reuters
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Russland pocht indes auf die Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan. “Wir hoffen, dass die Entscheidungen von beiden Seiten strikt umgesetzt werden”, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Er äußerte sich nach einem Treffen mit seinem armenischen Kollegen Sohrab Mnazakanjan.

Aserbaidschans Präsident: “Das wird nicht passieren”

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Aserbaidschan und Armenien hatten sich zudem darauf verständigt, dass Gefangene ausgetauscht und tote Soldaten in die Heimat überstellt werden können. Dazu kam es aber am Wochenende nicht. Die Behörden der nicht anerkannten Region Berg-Karabach erklärten, sie seien zu einem Austausch bereit, wenn sich Aserbaidschan an die Waffenruhe halte.

“Wenn Aserbaidschan den Weg wählt, Gewalt als Methode zur Erreichung von Bedingungen (...) einzusetzen, wird es keine friedliche Lösung geben”, sagte der armenische Außenminister in Moskau. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, für die Gefechte verantwortlich zu sein. So dementierte Aserbaidschan zu Wochenbeginn, dass eines seiner Kampfflugzeuge vom Typ Su-25 in Berg-Karabach abgeschossen wurde.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev sagte dem türkischen Sender Haber Global, für eine Waffenruhe müsse Armenien einsehen, dass es nie wieder in die zurückeroberten Gebiete zurückkehren werde. Das sei “vollkommen unmöglich”. “Das wird nicht passieren.”

RND/AP/dpa

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