Berg-Karabach-Konflikt: Neue Kämpfe trotz Feuerpause

  • Die Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach gehen trotz einer Feuerpause weiter.
  • Erst am Montag hatten beide Konfliktparteien eine neue Waffenruhe unter Vermittlung der USA beschlossen.
  • Damit ist der dritte Anlauf innerhalb von zwei Wochen gescheitert - der Iran plant bereits eine neue Friedensinitiative.
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Baku/Eriwan. Trotz einer neuen Feuerpause gehen die Gefechte in dem Konfliktgebiet Berg-Karabach im Südkaukasus unvermindert weiter. Die Behörden der Bergregion meldeten am Dienstagmorgen einzelne Kämpfe entlang der Frontlinie.

Das bestätigte auch das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Baku und sprach davon, dass die gegnerische Seite weiter zurückgedrängt worden sei.

Das armenische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Eriwan hatte zuvor mitgeteilt, dass die von armenischen Soldaten besetzte Stadt Kubadli von Aserbaidschan zurückerobert worden sei.

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Heftige Kämpfe um Berg-Karabach
1:26 min
In dem Konflikt um die Südkaukasus-Region wurden bereits mehrere vereinbarte Waffenruhen gebrochen.  © RND

Am Montagmorgen war eine neue Waffenruhe unter Vermittlung der US-Regierung in Kraft getreten. Sie hielt allerdings nicht lange. Das war bereits der dritte Anlauf innerhalb von zwei Wochen, der scheiterte. Armenien und Aserbaidschan gaben sich gegenseitig die Schuld dafür. Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan schrieb in der Nacht zum Dienstag bei Twitter, dass die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine Waffenruhe gescheitert seien.

Gefechte dauern seit September an

Die Gefechte um Berg-Karabach dauern bereits seit Ende September an. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145 000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen „Bruderstaat“ Türkei stützen. Russland ist Schutzmacht Armeniens.

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Unterdessen hat der Leiter der international nicht anerkannten Region Berg-Karabach, Araik Arutjunjan, den Oberkommandierenden ausgewechselt. Der Generalmajor habe sich verletzt. Arutjunjan sagte, er sei sich sicher, dass seine Truppen mit der neuen Führung „größere Erfolge“ erzielen könnten. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev schrieb bei Twitter, in den von seinen Streitkräften „befreiten Gebieten“ würden alle Zerstörungen dokumentiert. Armenien solle für „Kriegsverbrechen“ zur Rechenschaft gezogen werden.

Iran plant neue Friedensinitiative

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Währenddessen plant der Iran bereits eine neue Friedensinitiative. Das gab Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt. Vizeaußenminister Abbbas Araghchi werde demnächst mit Offiziellen in Armenien und Aserbaidschan sowie Russland und der Türkei über die iranische Friedensinitiative reden, sagte der Sprecher. Was die neue Initiative beinhaltet und wann genau Araghchis Reise geplant ist, teilte Chatibsadeh nicht mit.

Schon vor drei Wochen hatte Präsident Hassan Ruhani den politschen Führern beider Konfliktländer den Iran als Vermittler vorgeschlagen. Seiner Meinung nach muss dieser Konflikt politisch gelöst werden.

Der Iran steckt im Berg-Karabach-Konflikt in einer politischen Zwickmühle. Teheran pflegt zu beiden Ländern gute Beziehungen und zieht es daher vor, weiterhin neutral zu bleiben. Auch will man innenpolitisch keine Spannungen, da im Land Millionen von iranischen Aseris und mehr als 150 000 Armenier leben. Anders als die Armenier stehen die Aseris in dem Konflikt auf der Seite ihrer “muslimischen Brüder” in Aserbaidschan.

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Die islamische Republik erkennt das territoriale Recht Aserbaidschans in Berg-Karabach zwar an, hat aber politisch bessere Beziehungen zu Eriwan. In den vergangenen Jahren hat insbesondere die Zusammenarbeit Bakus mit Erzfeind Israel zu Differenzen zwischen den beiden islamischen Nachbarländern geführt.

RND/dpa

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