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Hält Aserbaidschan armenische Soldaten gefangen?

  • In Berg-Karabach kehrt keine Ruhe ein.
  • Die armenische Seite wirft Aserbaidschan Verstöße gegen den von Russland vermittelten Friedensvertrag vor.
  • Unklarheit herrscht über den Verbleib von bis zu 73 Soldaten.
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Eriwan. Behörden in der Separatistenregion Berg-Karabach haben Aserbaidschan die Gefangennahme Dutzender Soldaten und damit den Bruch des Friedensvertrags vorgeworfen. Mit der von Russland vermittelten Vereinbarung hatten Armenien und Aserbaidschan sechs Wochen währende Kämpfe um die Region auf dem Kaukasus beendet.

Der Präsident von Berg-Karabach, Araik Harutjunjan, erklärte, es handele sich um Angehörige der Streitkräfte der Region. Artak Beglarjan, der Ombudsmann für Menschenrechte in Berg-Karabach, sprach von insgesamt 60 gefangenen ethnischen Armeniern. Das Vorgehen Aserbaidschans sei „absolut unzulässig“, erklärte er.

Das Militär der Region nannte später eine noch höhere Zahl und sprach von 73 Soldaten, die vermisst würden. Wann genau die Soldaten gefangen genommen worden sein sollen, wurde nicht mitgeteilt. Die aserbaidschanischen Behörden gaben zunächst keine Stellungnahme ab.

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Aserbaidschans Präsident droht mit eiserner Faust

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Vor wenigen Tagen hatten sich Armenien und Aserbaidschan bereits gegenseitig den Bruch des Friedensabkommens vorgeworfen. Vertreter der überwiegend von Armeniern bewohnten Region hielten dem aserbaidschanischen Militär vor, bei einem Angriff Einsatzkräfte verletzt zu haben. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev machte hingegen Armenien verantwortlich und drohte eine Reaktion mit eiserner Faust an.

Die Region gehört völkerrechtlich zwar zu Aserbaidschan, wird aber überwiegend von ethnischen Armeniern bewohnt. Ein Krieg um das Gebiet nach dem Zerfall der Sowjetunion endete 1994 mit armenischen Erfolgen. Ende September waren Kämpfe um die Region ausgebrochen, bei denen auf beiden Seiten in 44 Tagen mehr als 5600 Menschen getötet wurden.

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Abschied nehmen in Berg-Karabach
1:21 min
Der Bezirk Kalbadschar muss laut einem Waffenstillstandsabkommen im Konflikt um die Kaukasusregion am Sonntag an Aserbaidschan übergeben werden.  © Reuters

Ein von Russland vermitteltes Friedensabkommen gab Aserbaidschan die Kontrolle über Gebiete in Berg-Karabach und umliegende Regionen wieder, die seit mehr als 25 Jahren unter armenischer Verwaltung gestanden hatten. Vor Ort sind russische Friedenstruppen stationiert, um die Einhaltung des Abkommens vom 10. November zu überwachen.

RND/cle/AP

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