Berg-Karabach: Armenien sieht keine Gefahr einer Niederlage

  • Im Konflikt mit Aserbaidschan in der Südkaukasusregion Berg-Karabach hat Armenien zuletzt Gebiete verloren.
  • Dabei handelt es sich nach armenischen Angaben allerdings nur um kleine, kaum bewohnte Orte.
  • Das Außenministerium in Baku ist derweil zu Verhandlungen über eine Lösung bereit.
Anzeige
Anzeige

Eriwan/Baku. Trotz der jüngsten Gebietsverluste in der umkämpften Südkaukasusregion Berg-Karabach sieht Armenien keine Gefahr einer Niederlage in dem Konflikt mit Aserbaidschan.

„Berg-Karabach hat keine Zukunft als Teil Aserbaidschans, hatte keine und wird keine haben“, sagte der armenische Außenminister Sograb Mnazakanjan am Donnerstag in Eriwan. Zwar hatte Armenien zuletzt einzelne Verluste von kleineren und kaum bewohnten Orten etwa im Süden der Region eingeräumt. Die von Aserbaidschan behaupteten massiven Gebietsgewinne wies Armenien aber als falsch zurück.

Video
Heftige Kämpfe um Berg-Karabach
1:26 min
In dem Konflikt um die Südkaukasus-Region wurden bereits mehrere vereinbarte Waffenruhen gebrochen.  © RND
Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hatte zuletzt von Dutzenden Rückeroberungen gesprochen und betont, dass Armenien eine Niederlage in dem Konflikt erlitten habe. Die verfeindeten Seiten warfen sich auch am Donnerstag massiven Artillerie-Beschuss ihrer Stellungen vor. Aserbaidschan teilte mit, dass Grenzorte von armenischer Seite beschossen worden seien.

20 Soldaten in Kriegsgefangenschaft

Die Truppen in Berg-Karabach wiederum kritisierten Angriffe aserbaidschanischer Einheiten auf die strategisch wichtigen Orte Martuni und Schuschi vor. Die Lage sei aber unter Kontrolle, hieß es. Nach armenischen Angaben sind rund 20 Soldaten in aserbaidschanischer Kriegsgefangenschaft. Armenien selbst hat demnach zwei aserbaidschanische Gefangene.

Anzeige

Armenische Experten meinten, dass Aserbaidschan weiter auf Hilfe von türkischen Spezialkräften sowie islamistischen Söldnern aus Syrien und Pakistan setze. Eine offizielle Bestätigung für den Einsatz dieser Kräfte gibt es nicht.

Präsident Aliyev hatte stets betont, dass sein Militär stark genug und bestens ausgerüstet sei. Das Außenministerium in Baku teilte am Donnerstag mit, dass es zu Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts bereit sei.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen