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Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja: „Wir werden nicht nachgeben“

  • Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat angekündigt, weiter gegen Lukaschenko anzukämpfen.
  • Am Samstag gingen in zahlreichen europäischen Hauptstädten Menschen aus Solidarität mit dem festgenommenen Blogger Roman Protassewitsch auf die Straße.
  • Tichanowskaja hatte zu den Protesten aufgerufen.
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Vilnius. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will trotz des zunehmend rabiaten Vorgehens von Machthaber Alexander Lukaschenko gegen seine Kritiker nicht zurückstecken.

„Wir sind heute hier, um unsere Entschlossenheit zum Ausdruck zu bringen, weiter für die Freiheit zu kämpfen“, sagte sie am Samstag vor 150 Unterstützern in der litauischen Hauptstadt Vilnius. „Wir werden nicht nachgeben.“

Am vergangenen Sonntag hatten die belarussischen Behörden ein Flugzeug von Ryanair mit 171 Menschen an Bord - unter ihnen der Regierungskritiker und Blogger Roman Protassewitsch - auf dem Weg von Griechenland nach Litauen mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung gezwungen, angeblich wegen eine Bombendrohung.

Protassewitsch wurde umgehend verhaftet. Die EU und die USA warfen Lukaschenko Luftpiraterie vor und verhängten Sanktionen.

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USA bereiten Sanktionen gegen Belarus vor
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Litauen will die Identitäten von drei Personen des Ryanair-Flugs überprüfen, die neben den beiden Festgenommenen in Minsk von Bord gegangenen sind.  © Reuters

Proteste in mehreren Hauptstädten

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In der belarussischen Hauptstadt Minsk gingen am Samstag einige Dutzend Menschen gegen Lukaschenko auf die Straße. Auch in anderen Metropolen wie der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Berlin kam es zu Solidaritätskundgebungen für den Blogger Protassewitsch.

Der Samstag war auch der Jahrestag der Inhaftierung von Tichanowskajas Ehemann Sergej Tichanowski.

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Die spektakuläre Verhaftung Protassewitschs bereitete auch vielen anderen Belarussen im Ausland Sorge, der lange Arm Lukaschenkos könnte sie doch noch erreichen. Tausende flohen aus Belarus, nachdem Proteste gegen den angeblichen Wahlsieg des Langzeitpräsidenten im August 2020 zunehmend brutal niedergeschlagen worden waren.

In Kiew kamen am Samstag rund 100 Menschen zusammen, um gegen Lukaschenko zu protestieren, viele von ihnen Exil-Belarussen. „Da wird Schritt für Schritt ein Nordkorea aufgebaut“, sagte Demonstrant Sjarhej Bulba über die Lage in seinem Heimatland.

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Lukaschenko: „Wir werden nicht schweigen und niederknien“
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Mit scharfen Attacken gegen den Westen kontert in Belarus Machthaber Lukaschenko die Kritik an der Zwangslandung einer Passagiermaschine.  © dpa
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Der international isolierte Lukaschenko nähert sich in dieser Lage noch weiter an Russland an. Am Freitag und Samstag traf er Präsident Wladimir Putin.

Man müsse die Situation genau untersuchen und dürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag mit Blick auf den Flugzeug-Zwischenfall. Offenbar gehe es in den europäischen Hauptstädten aber nicht um eine Klärung der Umstände, sondern es würden Entscheidungen basierend auf Emotionen gefällt, sagte Peskow weiter.

RND/AP

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