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  • Belarus: Staatenbund mit Russland? Um sich sich zu retten, gibt Lukaschenko sogar sein Land auf

Um sich zu retten, gibt Lukaschenko sogar sein Land auf

  • Der bela­russische Diktator Alexander Lukaschenko nimmt offenbar Kurs auf einen Staaten­bund mit Russ­land.
  • Durch Sanktionen geschwächt und international isoliert, tritt er die Flucht nach vorn an.
  • Waldimir Putin kann das kurz vor der Duma­wahl nur recht sein, kommentiert Jan Emendörfer.
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Schon im Februar nannte der Leipziger Ost­europa-Professor Stefan Troebst Belarus einen Vasallen­staat Russlands. Was damals noch etwas überzogen klang, nimmt jetzt immer mehr Gestalt an. Beide Länder steuern offen­sichtlich auf einen Staaten­bund zu. Der bela­russische Diktator Alexander Lukaschenko spricht bereits euphorisch von einem „Durch­bruch“.

Dabei sind die Pläne für einen solchen Unions­staat gar nicht neu. Es hat sie schon unter dem russischen Präsidenten Boris Jelzin gegeben, allerdings damals noch mit der Ukraine als dritter Kraft im Bunde. Kurzzeitig sah sich Lukaschenko sogar als Präsident einer solchen Union, was sogar Jelzin zu weit ging.

Nach der Hinwendung Kiews gen Westen ging auch Lukaschenko auf Distanz und träumte in seiner Selbst­herrlichkeit offenbar von einem eigenen Weg, kokettierte zeitweilig sogar mit der EU und zeigte sich Russ­land gegenüber äußerst selbst­bewusst.

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Jetzt ist alles anders: Durch Sanktionen geschwächt, international isoliert, muss der Mann, der sein eigenes Volk brutal unter­­drückt, in Moskau zu Kreuze kriechen. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr sprach Luka­schenko bei Wladimir Putin vor, und zwar immer als Bittsteller. Kredite, Waffen, Wirt­schafts­güter.

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Russlands Präsident kann die Bettelei genießen und nebenher politische Forderungen aufmachen. Wenn schon die Ukraine nicht mehr zum groß­russischen Verbund gehören soll, dann wenigsten Belarus.

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Das ist – eine Woche vor der Duma­wahl – auch ein starkes innen­politisches Signal. Nie waren die Umfrage­werte für Putin in der Bevölkerung so hochgeschossen wie 2014 nach der Annexion der Krim. Vielleicht gibt es diesmal einen „Belarus-Effekt“.

Und Luka­schenko? Er vergisst sein Selbst­bewusstsein und gibt sogar sein Land auf, um sich selbst zu retten. Das Volk wird dabei natürlich nicht gefragt.

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