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  • Belarus: Sonntagsprotest gegen Lukaschenko - 313 Menschen festgenommen, Einsatz von Tränengas und Blendgranaten

Sonntagsprotest in Belarus: Mehr als 300 Festnahmen

  • Tausende Menschen hatten sich am Sonntag zum neuerlichen Protest gegen den belarussischen Machthaber Lukaschenko versammelt.
  • Laut Innenministerium wurden 313 Menschen festgenommen.
  • Es wurdenTränengas und Blendgranaten eingesetzt, auch Warnschüsse wurden abgefeuert.
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Minsk. Bei den Sonntagsprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind laut Innenministerium 313 Menschen festgenommen worden. Das Ministerium in Minsk bestätigte am Montag zugleich den Einsatz von Tränengas und Blendgranaten gegen Demonstranten.

Zudem hätten Sicherheitskräfte Warnschüsse in die Luft abgefeuert. Die Behörden behaupteten, Demonstranten hätten Widerstand geleistet. Die Menschen hätten Aufforderungen ignoriert, die nicht genehmigten Aktionen zu beenden. Die Behörden erlauben lediglich Kundgebungen und Autokorsos zur Unterstützung Lukaschenkos.

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Belarus steckt seit der Präsidentenwahl am 9. August in einer schweren innenpolitischen Krise. Der 66-jährige Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Die Opposition sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin.

Mehrere kleine Märsche

Tausende Menschen hatten sich am Sonntag an dem Protest beteiligt. Statt einer großen Demonstration gab es mehrere kleinere Märsche. Zunächst hatten sich die Menschen in ihren Wohnvierteln versammelt und sich dann zu größeren Protestzügen zusammengeschlossen.

In Videos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte Demonstranten bis in die Innenhöfe von Wohnanlagen verfolgten. Immer wieder wurden Menschen in Kleinbusse gezerrt. Das Menschenrechtszentrum Wesna listete am Montag die Namen von 424 Festgenommenen auf.

Das Protestpotenzial nehme ab, behauptete das Innenministerium. Die Opposition sieht dagegen ihre neue Strategie des dezentralen Protests als Antwort auf die massive Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten.

RND/dpa

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