Sanktionen gegen Belarus sollen ab Donnerstag gelten

  • Die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Belarus sollen am Donnerstag in Kraft treten.
  • Damit will die EU den Druck auf Machthaber Alexander Lukaschenko erhöhen.
  • Letzter Auslöser für die Sanktionen war die Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch.
Anzeige
Anzeige

Luxemburg. Die gegen die frühere Sowjetrepublik Belarus geplanten Wirtschaftssanktionen der EU sollen an diesem Donnerstag in Kraft treten.

Der Ausschuss der ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten brachte am Mittwoch das schriftliche Beschlussverfahren auf den Weg, wie Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigten. Es gilt als Formalie, da die Außenminister bereits am Montag eine Grundsatzeinigung erzielt hatten.

Mit den Wirtschaftssanktionen will die EU den Druck auf den Machtapparat des belarussischen Langzeitpräsidenten Alexander Lukaschenko weiter erhöhen. Sie sollen unter anderem die Kali- und Düngemittelindustrie sowie Mineralölunternehmen und den Finanzdienstleistungssektor des Landes treffen.

„Wir wollen auf die Art und Weise einen Teil dazu beitragen, dass dieses Regime finanziell ausgetrocknet wird“, hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag dazu gesagt.

Anzeige
Video
Außeniminster Maas äußert sich zu Sanktionen gegen Belarus
1:41 min
Die EU-Außenminister befassen sich bei ihrem Treffen in Luxemburg mit möglichen weiteren Sanktionen gegen Belarus.  © Reuters

Lukaschenko schon länger mit Strafmaßnahmen belegt

Anzeige

Mit den Strafmaßnahmen reagiert die EU auf die anhaltende Unterdrückung der Zivilgesellschaft und demokratischen Opposition in Belarus (früher: Weißrussland). Darunter fällt auch die aus EU-Sicht illegale Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch.

Belarussische Behörden hatten eine von Athen nach Vilnius in Litauen fliegende Passagiermaschine zu einer Zwischenlandung in Minsk gezwungen, um des Bloggers habhaft zu werden.

In Belarus gibt es seit der Präsidentenwahl am 9. August vergangenen Jahres Proteste gegen Lukaschenko. Dabei gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen. Menschenrechtler berichten über Folter in den Gefängnissen. Gegen Lukaschenko selbst und Dutzende andere Unterstützer gibt es schon seit längerem Strafmaßnahmen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen