Belarus: Reporter der Deutschen Welle festgenommen

  • Weil er sich vor einem Gerichtsgebäude aufgehalten hat, wurde ein Reporter der Deutschen Welle in Belarus festgenommen.
  • Der freie Journalist wollte über einen Prozess gegen Oppositionspolitiker berichten.
  • Ihm wird die Teilnahme an „Massenunruhen“ vorgeworfen.
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Minsk. In Belarus (Weißrussland) ist ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) zu 20 Tagen Haft verurteilt worden. Alexander Burakow habe über einen Prozess gegen Oppositionspolitiker berichten wollen, denen die Teilnahme an „Massenunruhen“ vorgeworfen werde, teilte der Sender am Samstag mit.

Demnach wurde der freie Journalist am Mittwoch in der Stadt Mogiljow östlich der Hauptstadt Minsk festgenommen, als er mit anderen Medienvertretern vor dem Gerichtsgebäude gewartet hatte. Ein Gericht entschied nach Angaben des Senders am Samstag, dass sich Burakow „einer erneuten Teilnahme an einem nicht autorisierten Ereignis“ schuldig gemacht habe. Er wurde bereits im vorigen Jahr zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt.

Die Deutsche Welle kritisierte das Verfahren scharf. Eine Gruppe von Journalisten vor einem Gerichtsgebäude als eine „verbotene Versammlung“ zu klassifizieren, sei ein weiterer Schritt des „Regimes“ von Machthaber Alexander Lukaschenko, kritische Medienberichte zu unterdrücken. Intendant Peter Limbourg sagte: „Wir fordern die Behörden in Belarus auf, das Urteil sofort aufzuheben.“

Journalist in Hungerstreik getreten

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Dem Sender zufolge ist der Journalist aus Protest gegen seine Festnahme in einen Hungerstreik getreten. Er habe vor Gericht von Folter und unmenschlicher Behandlung in der Untersuchungshaft berichtet. So sei er nachts immer wieder geweckt worden, und das Wachpersonal habe ihn gezwungen, sich nackt auszuziehen. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Wesna wurden am Samstag zwei weitere Journalisten zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt.

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Seit Beginn der Proteste gegen Lukaschenko im vergangenen Sommer gehen die Behörden immer wieder auch gegen Medien vor. Es wurden mehrfach Haftstrafen verhängt. Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl hatten zeitweise Hunderttausende Menschen den Rücktritt Lukaschenkos und Neuwahlen gefordert.

RND/dpa

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