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Sofija Sapega

Zehn Monate nach erzwungener Flugzeuglandung in Belarus: Prozess gegen Protassewitsch-Freundin beginnt

Das das vom belarussischen staatlich kontrollierten ONT-Kanal zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt den regimekritische Aktivisten und Blogger Roman Protassewitsch während eines Interviews (Archivfoto).

Das das vom belarussischen staatlich kontrollierten ONT-Kanal zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt den regimekritische Aktivisten und Blogger Roman Protassewitsch während eines Interviews (Archivfoto).

Hannover. Im belarussischen Grodno beginnt am Montag der Prozess gegen Sofja Sapega, die sich seit mehr als zehn Monaten in der Gefangenschaft des autoritären Regimes befindet. Darüber berichtet der „Spiegel“. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem bekannten belarussischen Blogger Roman Protassewitsch, war Sapega im Mai vergangenen Jahres festgenommen worden. Das Paar waren an Bord eines Flugzeuges von Athen in die litauische Hauptstadt Vilnius, das zur Landung in Belarus gezwungen wurde.

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Anders als Protassewitsch ist die 24-Jährige russische Staatsbürgerin – der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ließ sie dennoch einsperren, von der Außenwelt isolieren und verwehrte ihr die Begnadigung. Sapega wird laut dem „Spiegel“ vorgeworfen, einen oppositionellen Telegram-Kanal betrieben zu haben. Dieser veröffentlicht demnach bis heute persönliche Daten von Mitgliedern des belarussischen Sicherheitsapparats.

Überprüfen lassen sich die Angaben der Behörden offenbar nicht. Dem „Spiegel“-Bericht zufolge sollen angeblich Informationen auf Sapegas Mobiltelefon und Computer gefunden worden sein, die ihre Aktivitäten für den Telegram-Kanal belegten.

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Es drohen bis zu zwölf Jahre Haft

Insgesamt sei sie wegen sieben Strafbeständen angeklagt, der schwerste umfasse „vorsätzliche Handlungen, die darauf abzielen, sozialen Unfrieden zu stiften“. Gemeint seien Drohungen oder andere Attacken, die staatliche Beamte nach Veröffentlichen ihrer Daten auf dem Telegram-Kanal erhalten hätten. Darauf stehen in Belarus bis zu zwölf Jahre Haft.

Blogger Protassewitsch meldet sich – Opposition besorgt

Einen Tag nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Belarus hat sich der festgenommene Blogger Protassewitsch in einem Video zu Wort gemeldet.

Kurz nach ihrer Festnahme im vergangenen Jahr hatte Sapegas Vater bereits um die Begnadigung seiner Tochter gebeten. „Jeder vernünftige Mensch versteht, dass Sofja am falschen Ort und mit der falschen Person war“, hatte er gesagt. „Bevor sie Roman Protassewitsch traf, war sie ein ganz normales Mädchen.“

Sapega, teilten die autoritären Behörden in Belarus damals mit, habe nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August 2020 Unruhen gegen Lukaschenko organisiert. Ihre Inhaftierung war seinerzeit auch Thema bei einem Treffen des belarussischen Machthabers mit Russlands Staatschef Wladimir Putin.

RND/tdi/dpa

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