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Menschenrechtler: Festnahmen bei Senioren-Protest in Belarus

  • Lange hatten sich die Senioren bei den seit Wochen anhaltenden Demonstrationen gegen Präsident Lukaschenko zurückgehalten.
  • Nun ist auch die ältere Generation auf die Straße gegangen.
  • Auch dabei kommt es laut Menschenrechtlern zu Gewalt und Festnahmen.
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Minsk. Bei den Protesten von Senioren gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus (Weißrussland) sind nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 70 Menschen festgenommen worden. Darunter waren auch ein 13-Jähriger sowie weitere Minderjährige, wie das Menschenrechtszentrum Wesna in Minsk mitteilte.

Mit Unterstützung jüngerer Lukaschenko-Gegner hatten die Senioren, die sich lange bei den Protesten zurückgehalten hatten, am Montag gegen den seit 26 Jahren mit harter Hand regierenden Staatschef demonstriert. Dabei setzten Uniformierte auch Leuchtpatronen und Tränengas gegen die friedlichen Demonstranten ein. Wesna zufolge gab es Verletzte.

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Mehr als zwei Monate nach Beginn der größten Proteste in der jüngeren Geschichte der Ex-Sowjetrepublik hatte der 66-jährige Lukaschenko die Gangart gegen seine Kritiker zuletzt wieder deutlich verschärft. Angesichts des Vorgehens gegen die Rentner sprach die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja von einem neuen Tiefpunkt.

"Das ist ein Akt der Gewalt gegen jene, die viele Jahre als die loyalsten Wähler galten", sagte die 38-Jährige, die von ihrem Exil im EU-Land Litauen aus immer wieder zu Protesten aufruft. Es sei offensichtlich, dass das "Regime" nur noch sich selbst schütze. Tichanowskaja rief dazu auf, dass sich das Volk selbst schütze und die "Sache" zu einem Ende führe - bis zu neuen Wahlen.

In Belaruses seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August zu Protesten und Streiks gegen den autoritären Staatschef. Auslöser sind Vorwürfe der Fälschung der Wahl. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Seine Gegner sehen hingegen Tichanowskaja als die wahre Siegerin.

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Die EU-Staaten und weitere Länder erkennen Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an. Bei den Protesten gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen.

RND/dpa

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