• Startseite
  • Politik
  • Belarus-Proteste: 700 Festnahmen am Montag, Ministerium droht mit Waffengewalt

Proteste in Belarus: Ministerium droht mit Waffengewalt

  • Allein an diesem Montag wurden mehr als 700 Demonstranten in Belarus festgenommen.
  • Oppositionschefin Swetlana Tichanowskaja warnt nun die Protestierenden.
  • Derweil droht das Innenministerium mit Waffengewalt.
Anzeige
Anzeige

Minsk. Nach der Festnahme von Hunderten Protestierenden in Belarus hat Oppositionschefin Swetlana Tichanowskaja das Vorgehen der Behörden verurteilt. Am Sonntag habe man eine „Eskalation der Gewalt“ auf deren Seite gesehen, sagte sie der Nachrichtenagentur AP am Montag. „Einmal mehr sind Hunderte Menschen verhaftet, verprügelt, verletzt und verkrüppelt worden. Obwohl die Proteste von friedlicher Natur sind, nimmt die Unterdrückung zu.“

Präsident Alexander Lukaschenko und seine Verbündeten müssten auf eine Sanktionsliste gesetzt werden, und ebenso die Polizisten und Sicherheitskräfte, „die an dem Durchgreifen gegen die Protestierenden beteiligt sind", sagte Tichanowskaja. „Ich rufe unsere europäischen Partner auf, schnell und entschieden zu handeln.“

Video
Belarussische Polizei verhaftet Dutzende Demonstranten
1:04 min
  © Reuters
Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

„Wenn nötig“ Waffengewalt gegen Protestierende

Bei Massenprotesten am Sonntag nahmen die Behörden nach Angaben des belarussischen Innenministeriums vom Montag 713 Menschen fest. 570 von ihnen warteten in Untersuchungshaft auf eine Anhörung vor Gericht. In einer weiteren Stellungnahme drohte das Ministerium, “wenn nötig” Waffengewalt gegen Protestierende einzusetzen. Die Kundgebungen seien mittlerweile „extrem radikal“.

Die Demonstrationen fanden in mehreren belarussischen Städten statt. Laut der Menschenrechtsgruppe Wjasna kamen allein in der Hauptstadt Minsk etwa 100.000 Protestierende zusammen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Blendgranaten ein.

Anzeige

Trotz der Festnahmen gab es auch am Montag weitere Proteste. Vor allem ältere Menschen waren in mehreren belarussischen Städten auf den Straßen zu sehen und forderten Lukaschenkos Rücktritt. In Minsk demonstrierten über 2000 Menschen, auf Schildern stand etwa geschrieben: „Großmütter an der Seite des Volkes.“

Seit der Präsidentenwahl Anfang August wird Belarus von Massenprotesten erschüttert. Der seit 26 Jahren regierende Lukaschenko wurde laut offiziellem Ergebnis mit 80 Prozent wiedergewählt, doch die Opposition spricht von Wahlfälschung.

RND/AP

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen