Präsidentenwahl in Belarus beginnt unter ungleichen Vorzeichen

Am Vorabend der Wahl nahmen Sicherheitskräfte in der belarussischen Hauptstadt Minsk Demonstranten fest.

Am Vorabend der Wahl nahmen Sicherheitskräfte in der belarussischen Hauptstadt Minsk Demonstranten fest.

Minsk. Im autoritär geführten Belarus hat im Schatten zahlreicher Festnahmen die Präsidentenwahl begonnen. Rund 6,8 Millionen Menschen können seit Sonntagmorgen um 7.00 Uhr MESZ in den knapp 5800 Wahllokalen im ganzen Land abstimmen. Für Staatschef Alexander Lukaschenko könnte die Wahl nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Amt entscheidend werden. Die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja entwickelte sich nämlich in den vergangenen Wochen zur Hoffnungsträgerin für Lukaschenko-Gegner. Es gibt auch noch drei weitere Kandidaten. Mit ersten Prognosen wird nach der Schließung der letzten Wahllokale um 19.00 Uhr MESZ gerechnet. Beobachter gingen schon im Vorfeld von Wahlfälschungen aus.

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Kandidaten im Gefängnis oder im Versteck

Lukaschenko gilt in dem Land, in dem noch die Todesstrafe vollstreckt wird, als "letzter Diktator Europas". In den Wochen vor der Wahl ging er besonders hart gegen Kritiker und Aktivisten vor. Auch Kollegen und Mitstreiterinnen Tichanowskajas wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, darunter auch Maria Kolesnikowa. Sie ist die Wahlleiterin des nicht zugelassenen Bewerbers Viktor Babariko, der auch im Gefängnis sitzt. Sie wurde aber wieder freigelassen.

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Präsidentenwahl in Belarus hat begonnen

In Belarus hat am Sonntagmorgen die Präsidentenwahl begonnen.

Die 37 Jahre alte Tichanowskaja soll sich in der Nacht vor der Wahl in der Hauptstadt in Sicherheit gebracht haben. Sie habe aus Schutz nicht in ihrer Wohnung übernachtet und sei bei ihren Kollegen geblieben, teilte ihr Wahlstab mit. Zuvor hatte sie bereits ihre zwei Kinder ins Ausland gebracht. Ihr Mann, der bekannte Blogger Sergej Tichanowski, sitzt im Gefängnis. Sie war an seiner Stelle als Kandidatin für die Wahl registriert worden.

RND/dpa

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