Opposition unter Druck: Weitere Festnahmen von Regierungsgegnern in Belarus

  • Eines der letzten führenden Mitglieder der belarussischen Opposition noch auf freiem Fuß, Maxim Snak, wurde festgenommen.
  • Die Behörden versuchen mit allen Mitteln den Koordinierungsrat der hiesigen Protestbewegung gegen Präsident Alexander Lukaschenko aufzulösen.
  • Etliche Anhänger sind bereits festgenommen oder des Landes verwiesen.
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Die belarussischen Behörden versuchen weiterhin, den oppositionellen Koordinierungsrat außer Gefecht zu setzen. Eines der letzten führenden Ratsmitglieder noch auf freiem Fuß, Maxim Snak, wurde am Mittwoch festgenommen. Der Anwalt wurde von unbekannten vermummten Personen aus dem Büro des Koordinierungsrats gebracht, wie sein Mitarbeiter Gleb German berichtete. Snak habe nur noch Zeit gehabt, um eine Textnachricht mit dem Wort „Masken“ zu verschicken, bevor ihm sein Handy weggenommen worden sei.

Lukaschenko: Opposition Marionetten des Westens

Die Behörden wollen mit dem Vorgehen die wochenlangen Proteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko beenden. Der Koordinierungsrat wurde indes gegründet, um Verhandlungen mit Lukaschenko über eine Machtübergabe zu ermöglichen. Lukaschenko hat die Opposition als Marionetten des Westens beschrieben. Er lehnt Forderungen der USA und der EU ab, sich an einem Dialog mit Demonstranten zu beteiligen. Seine Wiederwahl am 9. August wird als manipuliert betrachtet.

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Lukaschenko: Wenn ich falle, fällt Belarus und danach Russland
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Mitglieder der Opposition aus Belarus sollen nach ihrer Entführung erpresst worden sein, die Oppositionelle Maria Kolesnikowa in die Ukraine zu bringen.  © Reuters
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Nobelpreisträgerin im Visier der Behörden

Auch die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, ebenfalls Mitglied im Koordinierungsrat, wurde ins Visier genommen. Unbekannte versuchten, in ihre Wohnung zu gelangen. Alexijewitsch war im August von Ermittlern befragt worden.

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Behörden von Belarus: Oppositionelle Kolesnikowa festgenommen
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Bilder der Grenzbehörde von Belarus sollen zeigen, dass die Oppositionspolitikerin versucht habe, die Grenze zur Ukraine in einem Auto zu überqueren.  © Reuters

Mitgliedern des Koordinierungsrats wird vorgeworfen, die nationale Sicherheit zu untergraben. Mehrere wurden festgenommen, andere wurden des Landes verwiesen, unter anderem am Dienstag. Da befahlen die Behörden drei Mitgliedern, in die Ukraine zu gehen. Eines davon, Maria Kolesnikowa, zerriss im Grenzgebiet ihren Pass, damit sie nicht ausgewiesen werden konnte. Wo sie sich danach im Gewahrsam befand, war unklar.

RND/AP

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