Belarus: Mehr als 700 Festnahmen bei neuen Massenprotesten

  • Die Massenproteste in Belarus halten an - und damit auch das gewaltsame Vorgehen der Regierung gegen die Demonstranten.
  • Am Sonntag setzten Sicherheitskräfte Granaten, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein.
  • 700 Menschen wurden festgenommen, zahlreiche verletzt.
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Minsk. Bei den neuen Massenprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko sind nach offiziellen Angaben rund 700 Demonstranten festgenommen worden. Das teilte das Innenministerium am Montag in Minsk mit. Nur wenige seien wieder freigelassen worden, 570 seien in Gefängnisse gebracht worden, hieß es. Unter den Festgenommenen seien auch zahlreiche Journalisten, teilte die Menschenrechtsgruppe Wesna am Montag in Minsk mit.

Die Sicherheitskräfte hatten am Sonntag bei einer Großkundgebung der Demokratiebewegung Knall- und Blendgranaten sowie Tränengas eingesetzt und waren auch mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen. Auf Bildern war zu sehen, wie Polizisten auf Protestierer mit Schlagstöcken einschlugen und sie verfolgten. Es gab zahlreiche Verletzte.

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Belarussische Polizei verhaftet Dutzende Demonstranten
1:04 min
  © Reuters
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Zehntausende auf der Straße

Bei den Protesten am Sonntag gingen im ganzen Land Zehntausende Menschen auf die Straße. Die Demonstranten wurden jedoch immer wieder von der Polizei auseinander getrieben, so dass genaue Teilnehmerzahlen schwer zu ermitteln waren. Das Innenministerium sprach landesweit von lediglich 11 000 Teilnehmern.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl im August gehen die Menschen regelmäßig gegen den umstrittenen Staatschef auf die Straße. Der 66-Jährige hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Die EU erkennt das Wahlergebnis aber nicht an. Die Opposition sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Siegerin der Abstimmung an.

RND/dpa

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