Migrationskrise wegen Belarus: Athen will Litauen helfen

  • In den vergangenen Tagen haben mehrere Hundert Migranten die belarussische Grenze nach Litauen passiert.
  • Griechenland will nun mit Experten und technischen Mitteln helfen, den Flüchtlingsstrom einzudämmen.
  • Athen befand sich vor anderthalb Jahren in einer ähnlichen Situation.
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Athen. Griechenland will Litauen mit Experten und technischen Mitteln helfen, den Flüchtlingsstrom aus Belarus einzudämmen. Dies teilte die Regierungschefin des baltischen Staates Ingrida Simonyte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis mit.

„Wir wollen von den Erfahrungen Griechenlands lernen“, sagte Simonite im griechischen Staatsfernsehen. Athen kontrolliert scharf seine See- und Landgrenze zur Türkei. Versuche von Migranten zu den griechischen Inseln überzusetzen werden im Meer gestoppt und die Boote zum Umdrehen gezwungen. „Griechenland ist engagiert, seine Grenzen, die auch EU-Grenzen sind, zu schützen“, sagte Mitsotakis.

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Litauen baut Barriere aus Stacheldraht an Grenze zu Belarus
1:04 min
Litauen hat an der Grenze zu Belarus mit dem Bau einer Barriere begonnen. Der erste Abschnitt sei 500 Meter lang, 1,80 Meter hoch und bestehe aus Stacheldraht.  © Reuters
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Athen und die EU waren im Februar 2020 mit einem großen Flüchtlingsstrom aus der Türkei konfrontiert. Ankara hatte damals erklärt, die Grenze zur Europäischen Union sei offen. Daraufhin machten sich Tausende Migranten innerhalb der Türkei auf den Weg.

Beamte der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex und griechische Sicherheitskräfte verhinderten damals die meisten Übertritte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedankte sich bei den Griechen dafür, der „europäische Schild“ zu sein.

Litauen ist mit einer ähnlichen Situation konfrontiert: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat der EU wiederholt damit gedroht, als Reaktion auf die gegen Minsk verhängten Sanktionen massenweise Flüchtlinge aus Kriegsgebieten passieren zu lassen. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Hundert Migranten die belarussische Grenze nach Litauen passiert und waren so in der EU angekommen.

RND/dpa

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