Belarus: Inhaftierter Reporter der Deutschen Welle wieder frei

  • Nach 20 Tagen in Haft ist Alexander Burakow wieder auf freiem Fuß.
  • Der Korrespondent der Deutschen Welle war vor kurzem in Belarus festgenommen worden, als er über einen Prozess gegen Oppositionspolitiker berichten wollte.
  • Im Gefängnis ist er nach eigener Aussage zwei Mal pro Nacht aufgeweckt worden und musste sich nackt ausziehen.
Anzeige
Anzeige

Minsk. In Belarus ist ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) nach 20 Tagen Haft wieder freigelassen worden. Nach seiner Freilassung klagte Alexander Burakow laut DW-Mitteilung vom Dienstag über unmenschliche Haftbedingungen. Zwei Mal pro Nacht sei er aufgeweckt worden und habe sich nackt ausziehen müssen.

Außerdem habe er weder Kissen noch eine Decke bekommen und oft gefroren. Einen Hungerstreik habe er nach sieben Tagen wegen gesundheitlicher Probleme beenden müssen. Burakow war im Mai in der Stadt Mogiljow östlich der Hauptstadt Minsk festgenommen worden, als er über einen Prozess gegen Oppositionspolitiker berichten wollte.

DW-Intendant Peter Limbourg zeigte sich erleichtert über die Freilassung Burakows, der bereits im vergangenen Jahr zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden war. Gleichzeitig äußerte Limbourg Sorge über die Mediensituation in Belarus. „Es wird immer wahrscheinlicher, dass das Regime in Belarus versuchen wird, die letzten unabhängigen Stimmen im Land zum Schweigen zu bringen - egal, mit welchen Mitteln.“

Video
Lukaschenko: „Wir werden nicht schweigen und niederknien“
1:11 min
Mit scharfen Attacken gegen den Westen kontert in Belarus Machthaber Lukaschenko die Kritik an der Zwangslandung einer Passagiermaschine.  © dpa

Belarus: EU erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten an

Seit Beginn der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko im vergangenen Sommer gehen die Behörden immer wieder auch gegen Medien hart vor. Es wurden mehrfach Haftstrafen verhängt. Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl hatten zeitweise Hunderttausende Menschen den Rücktritt Lukaschenkos und Neuwahlen gefordert. Auch die EU erkennt den oft als „letzten Diktator Europas“ kritisierten 66-Jährigen nicht mehr als Präsidenten an.

Zuletzt spitzte sich der Konflikt mit dem Westen zu, weil Lukaschenko ein Passagierflugzeug in Minsk zur Landung zwang, um einen seiner Gegner festnehmen zu lassen. Der regierungskritische Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin sitzen seitdem in Haft.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen