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Belarus: Hunderte Frauen demonstrieren gegen Machthaber Lukaschenko

  • Frauen nehmen bei den Demonstrationen gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko eine besondere Rolle ein.
  • Nun sind sie erneut auf die Straße gegangen - mit Blumen in den Händen zogen sie durch Minsk.
  • Diesmal schlossen sich dem Marsch auch Menschen mit einer Behinderung an.
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Minsk. Bei neuen Protesten in Belarus (Weißrussland) gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind wieder Hunderte Frauen auf die Straße gegangen. Ungeachtet eines großen Aufgebots der Polizei zogen sie am Samstag mit Blumen in den Händen durch die Hauptstadt Minsk.

Vor dem Untersuchungsgefängnis des Geheimdienstes KGB forderten sie die Freilassung politischer Gefangener. Dem traditionellen Marsch der Frauen schlossen sich diesmal Menschen mit einer Behinderung an. Auch in anderen Städten gab es Aktionen.

Frauen nehmen bei den Demonstrationen gegen den schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert regierenden Lukaschenko eine besondere Rolle ein. Seit Beginn der Proteste vor rund zwölf Wochen marschieren sie immer samstags durch viele Städte des zwischen Russland und EU-Mitglied Polen gelegenen Landes. Zunächst nahmen die Sicherheitskräfte keine Demonstrantinnen in Gewahrsam. Das änderte sich später. Auch am Samstag gab es Festnahmen: Das Menschenrechtsgruppe Wesna sprach zunächst von zehn Festgenommenen.

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Opposition ruft für Sonntag zu Massendemonstration auf

Für diesen Sonntag hat die Opposition zu einer neuen Massendemonstration aufgerufen. Sie steht angesichts der zunehmenden Gewalt der Uniformierten unter dem Motto „Marsch gegen den Terror“.

Seit Anfang August kommt es regelmäßig zu Protesten. Hintergrund ist die Präsidentenwahl, bei der sich Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ.

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Die Opposition hält dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Sie ist ins EU-Land Litauen geflohen. Die EU unterstützt Lukaschenkos Gegner und erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Unterstützung erhält der Präsident aus Russland.

Tichanowskaja sagte in einer Video-Botschaft mit Blick auf die Streiks der vergangenen Tage und die wochenlangen Proteste: „Während die Menschen diese schwierigen, aber wichtigen Siege erringen, wird das Regime immer schwächer.“

Lukaschenko spielte am Samstag Eishockey, wie mehrere Medienberichten. Anhänger fuhren in einem Autokorso durch Minsk. Solche Aktionen sind im Gegensatz zu den Demonstrationen der Opposition erlaubt.

RND/dpa

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