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  • Beirut erhält Spenden: Über 5,4 Millionen Euro aus Deutschland – für Einwohner und Wiederaufbau der Stadt

Mehr als 5,4 Millionen Euro: Viele Deutsche spenden für Beirut

  • Die Spendenbereitschaft aus Deutschland nach der verheerenden Explosion in Beirut ist enorm.
  • Die beiden großen Dachverbände der Hilfsorganisationen, Bündnis Entwicklung hilft und Aktion Deutschland hilft, beziffern die Spenden auf mehr als 5,4 Millionen Euro binnen weniger Tage.
  • Mit dem Geld wollen die Helfer die Einwohner Beiruts versorgen und den Wiederaufbau der Stadt unterstützen.
Marcus Pfeiffer
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Berlin. Nach der verheerenden Explosion in Beirut hat die libanesische Hauptstadt eine Welle von Hilfsangeboten aus aller Welt erreicht. Die Bundesregierung stellt im ersten Schritt 1,5 Millionen Euro als Soforthilfe bereit. Die Europäische Kommission hat eine Nothilfe von mehr als 33 Millionen Euro zugesagt. Auf einer virtuellen Geberkonferenz mit Vertretern aus mehr als 30 Ländern kamen über 250 Millionen Euro zusammen. Dort sagte Außenminister Maas auch weitere 20 Millionen Euro von deutscher Seite zu.

Neben Regierungen wollen auch viele Privatpersonen den Opfern helfen. Allein aus Deutschland kamen binnen weniger Tage mehr als 5,4 Millionen Euro an Spendengeldern zusammen, wie eine Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) bei den beiden Dachverbände Bündnis Entwicklung hilft und Aktion Deutschland hilft ergab.

Flut an Spenden reißt nicht ab

“Die deutsche Bevölkerung hat große Anteilnahme an der Not und Verzweiflung der Menschen im Libanon gezeigt”, sagte Ruben Prütz vom Bündnis Entwicklung hilft, in dem sich Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, die Kindernothilfe, Plan International oder die Welthungerhilfe zusammengeschlossen haben. Noch immer gebe es tägliche Überweisungen, weshalb eine abschließende Beurteilung der Spendenbereitschaft noch nicht möglich sei. Bis jetzt hat das Bündnis Entwicklung hilft mehr als 800.000 Euro für den Libanon eingesammelt.

Ein erster Flug des Deutschen Roten Kreuzes mit Schutzausrüstung, Medikamenten und Verbandsmaterial ist in Beirut gelandet. © Quelle: Annette Riedl/dpa
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“Die Spenden werden zu 100 Prozent an die im Libanon tätigen Bündnismitglieder weitergeleitet und in unterschiedlichen Projekten im Land eingesetzt”, so Prütz. Dazu gehöre neben Aufräumarbeiten in den von der Zerstörung betroffenen Gebieten auch die Errichtung einer provisorischen Küche zur Versorgung vieler Einwohner Beiruts.

Viele Hilfsorganisationen sind vor Ort

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Bei der Aktion Deutschland hilft, zu der unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeiter-Samariter-Bund, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter-Unfall-Hilfe gehören, sind mehr als 3,4 Millionen Euro an Spenden für Beirut eingegangen. Die einzelnen Hilfsorganisationen im Bündnis haben weitere 1,2 Millionen Euro eingesammelt. Von den 23 Mitgliedsorganisationen sind aktuell 17 selbst im Libanon aktiv und helfen den Menschen mit den Spenden aus Deutschland.

“Da durch die Explosion rund 300.000 Menschen obdachlos geworden sind, liegt ein Fokus der Hilfe auf Reparaturarbeiten, um vor dem Herbst möglichst viele Häuser wieder bewohnbar zu machen”, sagte eine Sprecherin von Aktion Deutschland hilft dem RND. Weiterhin werden die Spenden eingesetzt, um die Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und Medikamenten zu versorgen und “medizinische sowie psychosoziale Hilfe” zu leisten.

Sternsinger helfen der Caritas

Das Kindermissionswerk Die Sternsinger stellt eine Nothilfe in Höhe von 100.000 Euro für seine Projektpartner in der libanesischen Hauptstadt bereit. “Wir stehen an der Seite unserer Partner, die in einer äußerst schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage im Libanon nun neuen Mut fassen müssen, um den Wiederaufbau stemmen zu können”, sagte der Präsident des Kindermissionswerks, Pfarrer Dirk Bingener.

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Mit der bereitgestellten Hilfe übernimmt die Caritas in Beirut die Grundversorgung von Kindern und deren Familien. Darüber hinaus unterstützen die Sternsinger den Wiederaufbau einer Schule.

Spenden bleiben trotz Corona stabil

Im ersten Halbjahr dieses Jahres liegt das Gesamtniveau aller Spenden aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahr etwa auf gleicher Höhe, wie Max Mälzer, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats, sagte. Mälzer beruft sich dabei auf Zahlen des größten deutschen Marktforschungsinstituts GfK. Er lobte die hohe Spendenbereitschaft der Deutschen und zeigte sich erstaunt über die schnelle Reaktion auf das Ereignis im Libanon. Der Spendenrat rechne damit, dass die Summe für die Hilfe in Beirut noch spürbar steigen werden, sagte Mälzer dem RND.

Bündnis Entwicklung hilft und Aktion Deutschland hilft rufen mit mit einem gemeinsamen Konto zum Spenden auf: Empfänger BEH und ADH; IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600; www.spendenkonto-nothilfe.de

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