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  • Beerdigung und Corona: Bodo Ramelow verstößt gegen eigene Verordnung

Ramelow räumt Verstoß gegen Corona-Verordnung bei Beerdigung ein

  • Bodo Ramelow hat unzulässigerweise an der Beerdigung seiner Nachbarin teilgenommen.
  • Damit habe er bewusst gegen seine eigene Corona-Verordnung verstoßen, sagte er in einem Interview.
  • Alles andere wäre ihm unmenschlich vorgekommen.
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Erfurt/Hamburg. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat während der Corona-Krise gegen seine eigene Corona-Verordnung verstoßen. Er habe unzulässigerweise an der Beerdigung seiner Nachbarin teilgenommen, sagte Ramelow in der Beilage Christ & Welt der Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe zum 14. Mai).

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Eigentlich habe er bei der Beerdigung nicht dabei sein dürfen, doch er hätte das Gefühl gehabt, es zu müssen, wenn auch mit großem Abstand. "Alles andere wäre mir unmenschlich vorgekommen", fügte Ramelow hinzu. Inzwischen frage er sich, ob die Verordnung, die er selbst zu verantworten habe, heute "in allen Punkten richtig war oder ob es nicht möglicherweise noch andere Lösungen gegeben hätte".

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Ramelow kritisiert Palmer

Ramelow kritisierte zudem die jüngste Äußerung des Grünen-Politikers Boris Palmer als "unangenehm" und "deplatziert". Der Oberbürgermeister von Tübingen hatte in einem Interview die Rettung schwer kranker und alter Menschen infrage gestellt und diese Äußerung später zurückgenommen. Ramelow sagte, bei ihm seien "alle Alarmglocken angegangen", als er davon gehört habe.

“Herr Palmer ist nicht der liebe Gott. Er weiß nicht, wann Menschen sterben”, empörte sich der Thüringer Ministerpräsident. Seine Aussage suggeriere, dass diese Menschen nicht gerettet werden sollten. Das sei ein schmaler Grat. “Wenn man das nämlich weiterdenkt, ist man schnell bei der Selektion zwischen lebenswertem und unwertem Leben.” Die Menschen könnten von Politikern erwarten, dass sie in Ausnahmesituationen das Menschenmögliche täten. “Aber wir sollten uns nie mehr dazu verleiten lassen, Gott spielen zu wollen”, so Ramelow.

RND/epd

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