Beauftragter fordert Antisemitismus-Schulungen für Lehrer

Der Antisemitismusbeauftragte Klein fordert eine verpflichtende Schulung für Lehrer im Umgang mit Judenfeindlichkeit. Außerdem sei ein bundesweites Meldesystem judenfeindlicher Vorfälle unverzichtbar, um die Motivation der Taten einordnen zu können.

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Düsseldorf/Berlin. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat sich dafür ausgesprochen, Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit Antisemitismus zu schulen. “Der Umgang mit Diskriminierungen und Antisemitismus muss verpflichtender Teil der Lehrerausbildung überall in Deutschland werden”, sagte er der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Donnerstag).

Klein, der seit 15 Monaten in dem neu geschaffenen Amt arbeitet, zog zudem eine erste positive Bilanz seiner Arbeit. “Mittlerweile haben elf von 16 Ländern eigene Antisemitismusbeauftragte beziehungsweise zentrale Anlaufstellen”, sagte er und fügte hinzu: “In drei weiteren Ländern soll eine solche Stelle geschaffen werden.”

Die Realität von Antisemitismus für die Gesellschaft sichtbar machen

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Vorbild für das bundesweite Meldesystem judenfeindlicher Vorfälle auch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle, das Klein seit 2018 aus seinem Etat im Innenministerium aufbaute, sei die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus, erklärte der Beauftragte. “Ziel ist es, die Realität von Antisemitismus in Deutschland für die gesamte Gesellschaft sichtbar zu machen und dadurch eine empirisch belegte Grundlage für seine Bekämpfung zu schaffen”, betonte Klein. Insbesondere für die Präventionsarbeit sei es wichtig, dass man erfahre, aus welcher Motivation eine antisemitische Tat erfolge, ob sie etwa einen politisch rechten, linken oder islamischen Hintergrund habe.

Klein betonte auch: "Ich bin immer wieder schockiert, wie oft ich völlig unerwartet in Alltagssituationen antisemitische Äußerungen höre." Die jüngsten Angriffe auf Rabbiner und ihre Angehörigen in Berlin und München bezeichnete er als "unerträglich".

RND/epd

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