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BDI kritisiert Chaos bei Corona-Tests und warnt vor wirtschaftlichen Folgen

  • Der Industrieverband BDI wirft der Bundesregierung vor, dem eigenen Anspruch bei den Corona-Tests meilenweit hinterherzuhinken.
  • Aus Sicht des Verbandes wird nicht genügend getestet, außerdem fehlen einheitliche Standards.
  • Das könnte die wirtschaftliche Erholung gefährden, befürchten die Industrievertreter.
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Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat scharfe Kritik an der Corona-Test-Strategie von Bundes- und Landesregierungen geäußert und vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen gewarnt, wenn die Politik nicht schnell nachsteuere. “Damit in den kommenden Monaten wirtschaftliche Aktivität möglich bleibt, muss insgesamt viel großflächiger und einheitlicher getestet werden. Die Bundesregierung hinkt ihrem eigenen Anspruch, die Testkapazitäten auf 4,5 Millionen pro Woche zu steigern, momentan meilenweit hinterher”, sagte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Zuletzt bestand nicht einmal ein Drittel der angestrebten Testkapazität. Dieser Mangel gefährdet die wirtschaftliche Gesundung”, so Plöger weiter.

Auch an der aus ihrer Sicht schlechten Vorbereitung der Testungen von Reiserückkehrern übte Plöger Kritik. “Die Bundesregierung muss gemeinsam mit den Ländern ihren Einsatz deutlich erhöhen, um bei den Testungen möglichst einheitlich vorzugehen. Alle müssen im Kampf gegen Corona an einem Strang ziehen – und zwar rund um die Uhr”, sagte sie. “Die Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität ist in Gefahr. Risiken sind steigende Infektionszahlen und ein für Reiserückkehrer noch immer nicht flächendeckend vorhandenes Testangebot”, warnte die Verbandsvertreterin. “Jetzt müssen Bund und Länder ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit beweisen. Es ist zu wenig, dass einzelne Länder vorangehen.”

Die Vertreterin des Industrieverbandes beklagte, dass sich die Testpraxis an den Flughäfen abhängig vom Bundesland immer noch erheblich unterscheide. “Es kann nicht richtig sein, dass in manchen Bundesländern die Teststationen am Flughafen ihren Dienst einstellen, noch bevor der letzte Abendflug aus einem Risikogebiet gelandet ist”, sagte Plöger. Sie forderte: “Testkapazitäten müssen dezentral noch effizienter genutzt werden und zum Beispiel auf Betriebsgeländen stärker zum Einsatz kommen.”

Auch fehle es nach wie vor an Koordinierung zwischen Gesundheitsämtern und Teststationen. “Es darf nicht sein, dass Betrieben der Produktionsstopp droht, weil sich ihre Beschäftigten in Quarantäne begeben müssen aufgrund mangelnder Testkapazitäten, langwieriger Befundübermittlung per Fax und Telefon sowie lückenhafter Absprachen mit überlasteten Hausärzten und Gesundheitsbehörden”, sagte Plöger. “Die Politik muss alles tun, damit Beschäftigte schnell die erforderliche Gewissheit erhalten.”

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