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„Krankenschwester, ungeimpft, sucht neue Arbeitsstelle“: Flut an Stellengesuchen wirft Fragen auf

In der Printausgabe der bayrischen Tageszeitung „Oberbayrisches Volksblatt“ (OVB) wurden am Mittwoch (12. Januar 2022) zahlreiche Stellengesuche von ungeimpftem Gesundheitspersonal aufgegeben.

Bayern.„Krankenschwester, ungeimpft, mit langjähriger Berufserfahrung sucht eine neue Arbeitsstelle.“ In der Region Rosenheim in Bayern wurden am Mittwoch rund 20 Stellengesuche in ähnlicher Form in der Printausgabe der Tageszeitung „Oberbayrisches Volksblatt“ (OVB) aufgegeben. Allen gemein war der Status „ungeimpft“ sowie der Beruf als Krankenschwester, Stationssekretär oder Pflegekraft.

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Die Ampelkoalition kündigte bereits im Dezember eine Impfpflicht für das Personal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten an. Die soll ab dem 16. März 2022 gelten. In diesem Zusammenhang stellt sich bei der schieren Anzahl an gleich klingenden Gesuchen die Frage, ob diese echt sind oder es sich um eine geplante Aktion weniger Personen handelt.

Studie belegt: Pflegekräfte fliehen massenhaft aus dem Job

Für die Echtheit der Stellenanzeigen sprechen die Ergebnisse einer neuen Studie: Viele Pflegekräfte in der Altenpflege in Deutschland wollen den Beruf aufgeben. 40 Prozent der Befragten erwägen, aus dem Beruf auszusteigen, wie Bernadette Klapper, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, am Donnerstag zu einer mit dem Altenpflege-Fachverlag Vincentz Network initiierten Studie sagte. „Das ist alarmierend. Wir brauchen eine Trendwende in der Altenpflege.“

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Nach Angaben des Verlags errechneten Experten, dass rund 500.000 Pflegekräfte bis 2030 fehlen werden. Für die Studie wurden im August und September 2021 insgesamt 686 Beschäftigte in der stationären Pflege befragt. 90 Prozent der Befragten forderten demnach mehr Personal, weitere neun Prozent stimmten an der Stelle eher zu.

73 Prozent meinten, der Personalmangel in der Pflege habe sich in den vergangenen zwei Jahren, also mitten in der Coronas-Pandemie, weiter verschärft. 68 Prozent urteilten, es werde immer schwerer, eine gute Pflege zu gewährleisten. 96 Prozent glauben nicht, dass die Politik die Lage verstanden habe und bemüht sei, sie zu verbessern.

Verdi hegt Zweifel an Echtheit

Die fast identische Aufmachung der Stellengesuche lässt trotzdem Zweifel an der Echtheit aufkommen. Domingo Herber, Gewerkschaftssekretär der Verdi im Fachbereich Gesundheit im Bezirk Rosenheim, erklärte im Gespräch mit dem OVB (Print/Donnerstag), er vermute, dass es sich um Fälschungen „oder zumindest eine koordinierte Aktion“ handelt.

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Nach Angaben der Anzeigenabteilung des OVB stünden hinter den Stellengesuchen jedoch unterschiedliche Auftraggeber, heißt es im Artikel der Tageszeitung weiter. Es lasse sich aktuell nicht abschließend klären, ob hinter den Anzeigen die ernste Absicht steckt, eine neue Stelle zu finden oder es sich um eine Protestaktion handelt.

RND/ab/dpa

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