Bayerischer Landtag stimmt für umstrittene Homöopathie-Studie

  • Eine Studie soll untersuchen, ob homöopathische Mittel bei der Bekämpfung multiresistenter Keime helfen können.
  • Das hat der bayerische Landtag am Donnerstag beschlossen.
  • Daran gibt es deutliche Kritik: Studien haben bereits mehrfach die Unwirksamkeit von Homöopathie bewiesen.
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München. Mit einer medizinischen Studie soll die Staatsregierung klären, ob durch homöopathische Mittel der Einsatz von Antibiotika reduziert werden kann. Dies hat der Landtag am Donnerstag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern beschlossen. Bei der namentlichen Abstimmung votierten 120 Abgeordnete für den Antrag und damit acht mehr als die Koalition selbst stellt.

Im Plenum sorgte der Antrag, der im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen gegen sogenannte multiresistente Keime besprochen wurde, für teils kontroverse Debatten. Kritiker der Homöopathie betonten, dass die Studie bestenfalls überflüssig sei.

"Das Vorhaben der bayerischen Staatsregierung ist fahrlässig, weil es bereits mit der Fragestellung suggeriert, dass homöopathische Mittel wie Globuli multiresistente Keime bekämpfen könnten", sagte Dominik Spitzer (FDP). Bisher habe keine wissenschaftliche Studie beweisen können, dass homöopathische Mittel allein gegen Beschwerden wirkten.

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Vorwurf der Steuergeldverschwendung

Auch auf Twitter wurde der Beschluss teilweise scharf kritisiert. Die beiden Regierungsparteien hätten soeben "die Verschwendung von 400.000 € Steuergeldern beschlossen", schrieb etwa der Arzt und Homöopathiekritiker Christian Lübbers.

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Andere wiesen darauf hin, dass es bereits Studien zur fehlenden Wirksamkeit von Homöopathie gebe.

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Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter kritisierte den Vorstoß der Landesregierung.

RND/fh/dpa