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Bauernverband fordert Beteiligung der Landwirte beim Bienenschutz

In Bayern hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bereits vergangene Woche die notwendige Zahl der Unterstützer erreicht. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt nun davor, die Belange der Landwirte unberücksichtigt zu lassen. „Wir sind Betroffene und gleichzeitig Teil der Lösung“.

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Berlin. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zielt auf Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Biotope sollen besser vernetzt, Uferrandstreifen stärker geschützt und der ökologische Anbau ausgebaut werden. Auch in anderen Bundesländern wird über entsprechende Initiativen nachgedacht. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt davor, die Belange der Landwirte unberücksichtigt zu lassen. „Wir sind Betroffene und gleichzeitig Teil der Lösung“, sagt Rukwied im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Das Volksbegehren zur Rettung der Bienen ist in Bayern auf enorme Zustimmung gestoßen. Freut das einen Landwirt wie Sie?

Der Zulauf hat mich nicht überrascht. Meine Freude hält sich in Grenzen. Wir Bauern sind essentiell auf die Bestäuber angewiesen. Wir tun da sehr viel über Agrar- und Umweltprogramme. Würde das Volksbegehren so umgesetzt wie von den Initiatoren vorgesehen, könnten diese Programme vielleicht nicht mehr in dem Umfang gefördert werden wie jetzt. Das wäre dann im Sinne des Bienenschutzes kontraproduktiv.

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Was entgegnen Sie Leuten, die den Landwirten vorwerfen, sie würden mit Technik und Chemie Boden, Wildpflanzen und Tierwelt zerstören?

Wir leben in und mit der Natur. In Deutschland setzen Landwirte auf einer Fläche von 4,4 Millionen Hektar Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz um. Ökologische Vorrangflächen werden in einem Umfang von 1,3 Millionen Hektar vorgehalten. Wir säen viele Zwischenfrüchte und Bienenweiden an. Und bitte nicht vergessen: Seit 1992 sind Tieren und Pflanzen in Deutschland rund 1,3 Millionen Hektar Naturraum entrissen worden. Darauf wurden Straßen, Häuser, Industriegebiete gebaut.

Welche Fehler haben die Bauern in den vergangenen Jahren gemacht?

Wir wirtschaften in der Natur, und das hat Auswirkungen. Aber die Landwirtschaft hat sich verändert, sie wird nachhaltiger. Bauern nehmen die Fruchtfolgen wieder schärfer in den Fokus und dehnen den Umfang der Umweltmaßnahmen wie zum Beispiel Blühwiesen aus. 110.000 Landwirte beteiligen sich ganz aktiv daran. Diesen Weg wollen wir weiter beschreiten. Unser Motto ist: Lasst Deutschland aufblühen! Das freut das Auge und die Bienen. Hausgärten betrifft das übrigens auch. Vor kurzem sah ich ein Schild, auf dem für das Volksbegehren geworben wurde. Es stand in einem Steingarten.

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Was ist wichtig für die Landwirtschaft der Zukunft?

Ich bin mir sicher, dass Bauern durch die Digitalisierung künftig noch präziser wirtschaften können. Das beeinflusst natürlich unseren Eingriff in die Natur – von der Ackerpflege bis hin zum Ausstoß klimaschädlicher Emissionen. Der Artenrückgang und die Klimaveränderungen nehmen wir sehr ernst. Wir sind Betroffene und gleichzeitig Teil der Lösung.

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Sie bewirtschaften selbst einen Hof in Baden-Württemberg. Was tun Sie denn persönlich für den Insektenschutz?

Letztes Jahr haben wir auf einer Fläche von 18 Fußballfeldern Blühwiesen und Blühstreifen angelegt. Ich achte auf die Fruchtfolge und verwende 8 bis 9 Kulturen. Auf einem Drittel aller Flächen säen wir Zwischenfruchtmischungen ein. Biodiversität ist mir ein großes Anliegen, denn auf unsere Helfer aus der Insektenwelt lassen wir nichts kommen.

Interview: Thoralf Cleven

Von Thoralf Cleven/RND

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