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Bargeldbündel im Kofferraum? Neue Vorwürfe gegen Ex-FPÖ-Chef Strache

  • Gegen den früheren Chef von Österreichs rechtspopulistischer FPÖ, Heinz-Christian Strache, gibt es neue Vorwürfe.
  • „Süddeutsche Zeitung“ und „Spiegel“ veröffentlichten Fotos von Bargeldbündeln in einem Auto, das Strache zugerechnet wird.
  • Zurücktreten musste Strache, nachdem in der sogenannten Ibiza-Affäre Korruptionsverdacht aufgekommen war.
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Wien. Der Krimi um den ehemaligen österreichischen Vizekanzler und Vorsitzenden der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, hat ein neues Kapitel bekommen. Nun geht es um bündelweise Bargeld in einer Sporttasche, um angeblich sehr laxe Spesenabrechnungen, eine Klage, die auf Korruption hindeutet. Zudem gibt es Berichte über die sehr eigenwillige Notfallvorsorge Straches.

Über die neuen Details berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“: Demnach hat ein Leibwächter Straches in den Jahren 2013 und 2014 Fotos von dicken Bargeldbündeln in einer Designersporttasche und in einem Rucksack gemacht, offenbar in einem Auto, das dem Dienstwagen Straches gleicht.

Als Standorte der Aufnahmen seien der Wiener Rathausplatz neben der FPÖ-Geschäftsstelle identifiziert worden, eine Position vor einem Wiener Juwelierladen sowie eine Position am Wörthersee, wo Strache am Tag der Fotoaufnahme eine Rede gehalten habe. Laut „SZ“ scheint es sich offenbar um mehrere Zehntausend Euro zu handeln. Auf einem Bild sind außerdem Schuhe zu erkennen, die Straches Schuhen gleichen sollen.

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Die Versicherung des Leibwächters

Der „Spiegel“ zitiert einen Anwalt des Leibwächters mit den Worten, dass „sowohl der Rucksack als auch die Sporttasche jeweils von Herrn Strache in das Auto gelegt wurden“.

In einem anonymen Schreiben an die Wiener Staatsanwaltschaft heiße es: „HC Strache hat bereits vor 2015 regelmäßig Sporttaschen mit hohen Summen Bargeld erhalten.“ Die Zuwendungen stammten von „Kräften aus dem osteuropäischen Ausland“.

Zudem hat ein Kaufmann namens Ernst Neumayer auf die Zahlung von 2 Millionen Euro verklagt, weil er dem mittlerweile wieder ehemaligen Parlamentarier Thomas Schellenbacher ins Parlament verholfen haben will. Schellenbacher soll laut „Spiegel“ ukrainische Hintermänner mit Geschäftsinteressen in Österreich haben.

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„Unkultur im Umgang mit Geld“

In der Partei sei Strache für großzügigen Umgang mit Spesen bekannt gewesen, schreibt der „Spiegel“ weiter. Vize-FPÖ-Chef Manfred Haimbucher wird mit den Worten zitiert, in seiner Partei habe es eine „Unkultur im Umgang mit Geld“ gegeben.

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Strache selbst meldete sich auf Facebook: „Niemals habe ich Sporttaschen mit Geld in meinem Auto gehabt, sondern wenn mit durchgeschwitzter Sportwäsche.“ Den Verdacht des Spesenbetrugs weist er von sich.

Die Geschichte geht laut „SZ“ und „Spiegel“ auch noch weiter: Strache habe aus Angst vor Bargeldabschaffung Goldmünzen gehortet sowie Benzin für Notfälle. Er habe auch Pläne geschmiedet für den Fall einer Invasion Österreichs durch die Nato. Dies erinnert an Vorgehen von Mitgliedern der sogenannten Prepper-Szene.

Die Ibiza-Affäre

Der einstige FPÖ-Chef und Vizekanzler Strache hatte seine Ämter verloren, nachdem ein Video bekannt geworden war, auf dem er in einer Villa auf der Ferieninsel Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge in Aussicht stellt.

Die österreichische Regierung aus konservativer ÖVP und FPÖ zerbrach. Nach Neuwahlen verhandelt Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP nun mit den Grünen über eine neue Regierung.

Zuletzt wurde Strache aus der FPÖ ausgeschlossen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

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