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„Der Streik geht weiter“: GDL-Chef Weselsky kritisiert Bahnangebot

  • Die Lokführergewerkschaft GDL hat trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn ihren Streik im Personenverkehr wie geplant gestartet.
  • GDL-Chef Weselsky kritisierte das Bahnangebot am Morgen.
  • Der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warf Weselsky indes einen „Ego-Trip“ vor.
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Berlin. Der Arbeitskampf im Personenverkehr der Deutschen Bahn ist wie geplant um 2.00 Uhr angelaufen. Das bestätigten die Streikleitung der Gewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn am frühen Morgen. Am Vorabend hatte die Deutsche Bahn überraschend ein neues Angebot vorgelegt.

GDL-Chef Claus Weselsky kommentierte das Angebot der Bahn am Morgen in der ARD: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: das beste Angebot aller Zeiten. Die schlechte Nachricht für die Bahnkunden: Der Streik geht weiter.“ Das Angebot sei aber weiter eine Nullrunde für 2021. Es gebe weder eine Corona-Prämie noch eine Lohnerhöhung in diesem Jahr. Auch auf die Forderungen zur Betriebsrente sei die Bahn nicht eingegangen.

GDL-Chef Weselsky zum Angebot der Bahn

„Dieses Angebot kann kein Mensch und keine Gewerkschaft auf der Welt annehmen“, sagte Weselsky. Er wirft Bahn-Personalvorstand Seiler Lügen vor, erklärt aber, man werde natürlich mit der Bahn verhandeln.

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GDL-Chef Weselsky: „Streik wird durchgezogen“
1:35 min
Die Lokführergewerkschaft GDL hat trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn ihren Streik im Personenverkehr wie geplant gestartet.  © Reuters

Weselsky kritisiert auch, dass das Angebot der Bahn die Beschränkung des Geltungsbereiches auf den derzeitigen Tarifvertrag beinhalten würde. Der Bahnvorstand zwinge die GDL, dass sie für neue GDL-Mitglieder den Tarifvertrag nicht unterschreiben dürfe. „Die Zielsetzung des Bahnvorstands ist die Existenzvernichtung der GDL“, sagte Weselsky.

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Bei einer Kundgebung am Vormittag bezeichnete Weselsky das Angebot der Bahn als „ein vergiftetes Angebot“. Das Angebot würde die Mitglieder spalten in Mitglieder erster und zweiter Klasse. Man wolle aber Tarifverträge für alle 38.000 GDL-Mitglieder. „Wir haben alles Recht in diesem Land, Arbeitskämpfe zu führen.“ Man habe 2014 mit derselben Vorgehensweise am Schluss eine Tarifvertrag für alle Mitglieder gehabt. Das wolle man auch bei diesem Streik durchsetzen, sagte GDL-Chef Weselsky. „Sie werden erneut verlieren“, sagte Weselsky mit Blick auf die letzte Tarifrunde 2014.

„Ein unannehmbares Angebot gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“, so Weselsky. Er wirft dem Bahnkonzern „Hinterhalt, Heimtücke und Falschbehauptungen“ vor.

Aber Weselsky kann nicht nur austeilen, er steht auch selbst in der Kritik. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sagte der „Bild“-Zeitung: „Der Ego-Trip von GDL-Chef Weselsky nervt gewaltig. Er soll sich gefälligst an den Verhandlungstisch setzen. Die Bahnreisenden und Pendler dermaßen in Mithaftung zu nehmen, kann man nur als ganz schlechten Stil bezeichnen.“

RND/scs

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