Baerbock fordert endgültigen Baustopp für Nord Stream 2: „Ein absolut fatales Projekt“

Annalena Baerbock ist die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Annalena Baerbock ist die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Berlin/Schwerin. Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat einen sofortigen Baustopp für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 gefordert. „Diese Pipeline konterkariert die geostrategischen Interessen der Europäer, ist ganz gezielt gegen die Ukraine gerichtet, sie ist eine Wette gegen die europäischen Klimaziele, konterkariert alle EU-Sanktionen gegenüber Russland und ist damit ein absolut fatales Projekt“, sagte Baerbock dem ARD-Hauptstadtstudio. Die Bundesregierung müsse unverzüglich auf ein Ende des Projekts hinwirken.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Prestigeobjekt des Kremls“.

Eine nur vorübergehende Aussetzung des Baus lehnte Baerbock ab. FDP-Chef Christin Lindner hatte mit Blick auf die Proteste in Russland vom Wochenende ein Moratorium für den Weiterbau gefordert. „Solange in Russland grundlegende Menschen- und Bürgerrechte verletzt werden, können wir nicht zur Tagesordnung übergehen. Davon sind auch Infrastrukturprojekte wie Nord Stream 2 betroffen“, sagte er in einem „Spiegel“-Interview. Baerbock hält ein Moratorium für problematisch, weil es eine Wiederaufnahme des Projekts in ferner Zukunft möglich mache, sagte sie der ARD.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Schon vor diesem unglaublichen Mordanschlag auf Herrn Nawalny, schon vor den jetzigen Bildern der Proteste in Russland war die Gaspipeline falsch, die Pipeline gehört eigentlich seit Jahren gestoppt“ sagte Baerbock und nannte Nord Stream 2 ein „Prestigeobjekt des Kremls“.

Tausende Festnahmen bei Nawalny-Demos in Russland

Der 44-jährige Regierungskritiker Nawalny sitzt in 30-tägiger Haft, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.

Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland ist fast fertig, es fehlen nur noch wenige Kilometer in dänischen und deutschen Gewässern. Die USA wollen die Vollendung der Pipeline mit Sanktionen verhindern, auch einige osteuropäische Staaten kritisieren den Bau. Sie argumentieren, dass die Gasleitung Europa in eine zu große Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen bringe. Befürworter der Pipeline werfen den USA vor, nur ihr Flüssiggas besser verkaufen zu wollen.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen