• Startseite
  • Politik
  • Baerbock bei Illner: „Aus dem Kanzleramt heraus muss jetzt ein Krisenstab gebildet werden“

Baerbock bei Illner: „Aus dem Kanzleramt heraus muss jetzt ein Krisenstab gebildet werden“

  • Die Lage in Afghanistan ist nach der faktischen Macht­übernahme der Taliban weiterhin dramatisch.
  • Grünen-Kanzler­kandidatin Annalena Baerbock greift im TV-Talk von Maybrit Illner die Bundes­regierung an.
  • Sie habe entschieden, das Thema „aus dem Wahlkampf herauszuhalten statt Menschen zu retten“.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Grünen-Kanzler­kandidatin Annalena Baerbock hat eine neue Koordinierung der Bundeswehr-Rettungsaktion in Afghanistan gefordert. „Es muss jetzt aus dem Kanzleramt heraus ein Krisenstab gebildet werden, der alle Ressorts zusammen­bindet“, sagte sie am Donnerstag­abend im TV-Talk von Maybrit Illner.

+++ Alle Entwicklungen in Afghanistan hier im Liveblog +++

Baerbock verlangte, mehr Flugzeuge in die Region zu schicken. Außerdem müsse „vor Ort jemand sein, der politisch verantwortlich ist“, um den Einsatz zu organisieren. „Ich erwarte auch von der Verteidigungs­ministerin, dass sie nach Usbekistan fährt und die Soldaten, die vor Ort diesen Krisen­einsatz leiten, unterstützt. Wenn wir das nicht tun, ist es blanker Hohn, zu sagen, wir retten, wen wir noch retten können.“

Anzeige
Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Die Grünen-Politikerin griff besonders die Bundes­regierung scharf an. Deutschland sei in ein Desaster hineingeraten, „weil ein Auswärtiges Amt, ein Verteidigungs­ministerium, eine Kanzlerin, ein Vizekanzler entschieden haben: Uns ist wichtiger, dieses Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten statt Menschen zu retten“, sagte sie. „Man hat sich politisch bewusst dagegen entschieden.“

Video
Söder kritisiert Agieren der Bundesregierung in Afghanistan
1:38 min
Markus Söder hat im Zusammenhang mit der Situation in Afghanistan Vorwürfe gegen die Bundesregierung und die EU gerichtet.  © dpa

Vor 20 Jahren in den Afghanistan-Einsatz hineingegangen zu sein „halte ich aber auch rückblickend für richtig“, betonte Baerbock. Gleichwohl müsse die Mission von unabhängigen Fachleuten evaluiert werden.

Anzeige

Seit Montag hat die Bundeswehr nach der faktischen Macht­übernahme der Taliban mehr als 1200 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. In Kabul starteten am Donnerstag­abend zwei weitere Maschinen mit insgesamt mehr als 380 Menschen an Bord, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte.

Es waren der achte und der neunte Evakuierungs­flug, seitdem die Rettungs­aktion am Montag unter schwierigsten Bedingungen begonnen hat. Die Transport­maschinen fliegen zunächst in die usbekische Hauptstadt Taschkent, von dort geht es mit zivilen Flugzeugen weiter nach Deutschland.

RND/tdi/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen