• Startseite
  • Politik
  • Awet Tesfaiesus: Erste schwarze Frau zieht für Grüne in den Bundestag ein

Awet Tesfaiesus zieht als erste schwarze Frau in den Bundestag ein

  • Erstmals erhält mit Awet Tesfaiesus (Grüne) eine schwarze Frau ein Bundestagsmandat.
  • Die 47-Jährige ist Anwältin für Asylrecht und seit 2009 Mitglied ihrer Partei.
  • Der Anstoß für ihre Kandidatur: der rassistische Anschlag von Hanau 2019.
Anzeige
Anzeige

Kassel. Awet Tesfaiesus ist die erste schwarze Frau im Bundestag. Die 47-jährige Grünen-Politikerin lebt in Kassel und ist im benachbarten Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg für ihre Partei angetreten. Das Direktmandat erreichte Tesfaiesus nicht, über Landeslistenplatz neun schaffte sie es aber dennoch in den Bundestag.

Tesfaiesus wurde in 1974 in der eritreischen Stadt Asmara geboren. Bereits als Kind flüchtete sie mit ihrer Familie nach Deutschland, in Hessen lebt sie nunmehr schon über 20 Jahre. Ihr Antrieb zur Kandidatur für den deutschen Bundestag: der rassistische Anschlag von Hanau im Februar 2020, bei dem neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet wurden.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".
Anzeige

Tesfaiesus: „Schöne Worte reichen nicht“

„Auch die deutsche Staats­angehörigkeit anzunehmen war für mich eine große Hürde. Es fiel mir schwer, mich als Deutsche zu bezeichnen, wenn mich mein Umfeld gar nicht als Deutsche sieht“, sagte Tesfaiesus in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Irgendwann sei ihr klar geworden, dass sie hierher gehöre. Sie habe hier studiert, eine Kanzlei geführt, sie zahle Steuern und habe „einen Deutschen“ geheiratet, fügte sie hinzu.

Im Bundestag möchte sich die Grünen-Politikerin für Chancengleichheit, Diversität und ein Asylgesetz einsetzen sowie Rassismus und Diskriminierung bekämpfen. Allerdings ist sie noch unsicher, ob das so klappen wird, wie sie es sich vorstellt.

„Wir müssen in der Gesellschaft ein breites Bewusstsein herstellen, aber auch auf Kommunal- und Landesebene für Diversität sorgen. Schöne Worte reichen nicht“, ist sich Tesfaiesus sicher. Grundsätzlich brauche es aber Diversitäts­management: Es dürfe nicht dem Zufall überlassen werden, ob eine schwarze Frau kandidieren will.

Anzeige
Video
So funktioniert der Bundestag
0:55 min
Der deutsche Bundestag ist mit 709 Mandaten im Moment das größte frei gewählte Einkammerparlament der Welt.  © RND

Die 47-Jährige ist Anwältin für Asylrecht. 2009 trat sie den Grünen bei und war seit 2016 Sprecherin für Integration und Gleichstellung der Grünen-Fraktion im Kasseler Stadtparlament.

Als erste schwarze Männer zogen 2013 die Abgeordneten Karamba Diaby (SPD) und Charles M. Huber (CDU) in den Bundestag ein.

RND/sic

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen