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Angreifer tötet Polizist vor Kapitol: „Ich habe schwierige Zeiten hinter mir“

  • Ein Angreifer hat drei Monate nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Kapitols zwei Polizisten vor dem Kapitol mit seinem Auto überfahren - einer der Männer erlag seinen Verletzungen.
  • US-Präsident Joe Biden ordnete an, die Flaggen im Land bis Dienstag auf Halbmast zu setzen.
  • Der 25-jährige Täter soll im Internet geschrieben habe, er habe eine schwierige Zeit hinter sich.
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Ein Mann hat am Freitag zwei Polizisten angefahren und ist dann mit einem Messer auf sie losgegangen. Ein Polizist kam ums Leben. Der Angreifer wurde durch Schüsse getötet.  © Reuters
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Washington. Knapp drei Monate nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Kapitols durch einen wütenden Mob hat ein Angreifer vor dem schwer bewachten Parlamentsgebäude einen Polizisten getötet und einen weiteren schwer verletzt. US-Präsident Joe Biden ordnete an, die Flaggen in den USA bis Dienstag auf Halbmast zu setzen. Er sprach von einem erschütternden Vorfall. Nach Angaben der auf die Beobachtung von Extremistenseiten im Internet spezialisierten Organisation Site habe sich der Täter als Anhänger der Nation of Islam und ihres Führers Louis Farrakhan bezeichnet. Der 25-Jährige soll im Internet geschrieben habe, er habe eine schwierige Zeit hinter sich.

Der Mann fuhr an einer Zufahrt zum Sitz des Kongresses in der Hauptstadt Washington in die zwei Polizisten und rammte dann eine Absperrung. Der Angreifer ging sogleich mit einem Messer auf weitere Beamte los und ignorierte Warnungen, weswegen ihn die Sicherheitskräfte mit Schüssen stoppten, wie die Polizei am Freitag (Ortszeit) erklärte. Wenig später wurde der Täter für tot erklärt.

Bei dem Angreifer handelte es sich Ermittlern zufolge um einen 25-Jährigen, dessen Motiv noch untersucht wurde. Der Polizeichef der US-Hauptstadt Washington, Robert Contee, sagte, ersten Erkenntnissen zufolge scheine die Tat keinen terroristischen Hintergrund gehabt zu haben. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass von einer weiteren Bedrohung für den Kongress oder Anwohner auszugehen sei.

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Täter soll Anhänger der Nation of Islam sein

Nach Angaben der auf die Beobachtung von Extremistenseiten im Internet spezialisierten Organisation Site habe sich der Täter als Anhänger der Nation of Islam und ihres Führers Louis Farrakhan bezeichnet. Der Mann habe im Internet geschrieben, er habe eine schwierige Zeit hinter sich. Die amtierende Chefin der Kapitolspolizei, Yogananda Pittman sagte, die Polizei habe den Verdächtigen offenbar nicht auf dem Schirm gehabt. Die Behörden erklärten, ersten Untersuchungen zufolge habe die Tat nichts mit der tödlichen Gewalt von Anhängern des damaligen Präsidenten Donlad Trump am 6. Januar am Kapitol zu tun. Das Gebäude wurde dennoch gesperrt.

Das Kapitol, der Sitz der beiden Kammern des US-Kongresses, wurde wegen des Zwischenfalls zeitweise abgeriegelt. Der Kongress hatte allerdings keinen Sitzungstag, deswegen dürften kaum Senatoren oder Abgeordnete in dem Komplex gewesen sein.

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USA: Militante Trump-Anhänger wollen Kapitol bei Biden-Rede „in die Luft jagen"
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Die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei Yogananda Pittman berichtete von weiteren Plänen der Trump-Anhänger.  © dpa/TNN
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Die Flaggen in den USA wurden auf Anordnung von Präsident Joe Biden als Zeichen des Respekts für den Einsatz und die Opfer der Kapitol-Polizei bis Dienstag auf halbmast gesetzt. Biden sprach von einem erschütternden Vorfall und erklärte, er werde laufend über den Stand der Ermittlungen informiert. Er sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, bezeichnete den getöteten Beamten als „Märtyrer für unsere Demokratie“.

Die Repräsentantenhausvorsitzende Nancy Pelosi sagte, Mitglieder der Kapitolspolizei hätten am Freitag erneut ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um das Kapitol und das Land zu schützen und dabei die gleiche Selbstlosigkeit gezeigt, wie Anfang Januar. „Im Namen des gesamten Repräsentantenhauses sind wir zutiefst dankbar“, sagte Pelosi.

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Polizist bei Angriff gestorben

Der Polizist, William Evans, war seinen Verletzungen kurz nach dem Angriff erlegen. Er stand seit 18 Jahren im Dienst der Kapitol-Polizei, wie deren geschäftsführende Chefin erklärte.

Nach Polizeiangaben wird der Tatort an der sogenannten nördlichen Barriere des Geländes wegen der laufenden Ermittlungen vorerst gesperrt bleiben. Bilder zeigten dort einen blauen Mittelklassewagen, der frontal gegen eine im Boden verankerte Metallsperre mit der Aufschrift „STOP“ gefahren war.

Wegen des Angriffs wütender Anhänger des abgewählten Ex-Präsidenten Donald Trump am 6. Januar ist der gesamte Komplex am Sitz des US-Parlaments weiter schwer bewacht. Vergangene Woche wurden die Sicherheitsvorkehrungen allerdings etwas zurückgefahren. So wurde ein äußerer Zaun abgebaut, der das Areal um den Kongresssitz abgeschirmt hatte. Straßen, die innerhalb dieses Kreises lagen und abgesperrt waren, wurden wieder geöffnet.

Nationalgarde weiterhin vor Kapitol im Einsatz

Noch immer unterstützen aber Soldatinnen und Soldaten der Nationalgarde die Sicherheitskräfte. Die Kapitol-Polizei betonte vergangene Woche, sie sei jederzeit bereit, die Sicherheitsmaßnahmen sofort wieder hochzufahren, falls das nötig sein sollte.

„Es ist wirklich traurig, denn ich hatte geglaubt, dass wir nach der Beseitigung der Barrieren wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren würden. Aber das zeigt nur, wie hoch das Risiko noch immer ist“, sagte der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna dem Nachrichtensender CNN. Verteidigungsminister Lloyd Austin erklärte: „Ereignisse wie dieses erinnern uns an den Mut und die Kompetenz der Profis der Sicherheitskräfte und an unsere gemeinsame Verpflichtung, dieses großartige Land und seine Institutionen zu verteidigen.“

Nach der gewaltsamen Erstürmung des Kongresses im Januar war die Kapitol-Polizei in die Kritik geraten, weil die Sicherheitskräfte des Parlaments den Angriff nicht abwehren konnten. Der Leiter der Polizei trat daraufhin zurück. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Kapitol-Polizist. Das FBI stuft die Erstürmung des Gebäudes als inländischen Terrorismus ein.

Trump hatte Anhänger mit Rede angestachelt

Der Kongress sollte am Tag des Angriffs den Wahlsieg von US-Präsident Biden ratifizieren. Der damals noch regierende Amtsinhaber Trump, der seine Niederlage nicht wahrhaben wollte, hatte seine Anhänger unmittelbar vor der Erstürmung des Kapitols mit einer kämpferischen Rede vor dem Weißen Haus angestachelt. Die Demokraten machten ihn für die Ereignisse verantwortlich und leiteten im Repräsentantenhaus erfolgreich ein Amtsenthebungsverfahren ein, das im Senat jedoch an der nötigen Zweidrittelmehrheit scheiterte.

RND/dpa

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