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Auswärtiges Amt beruft Krisensitzung wegen Thomas-Cook-Pleite ein

  • Die Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook hat auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen.
  • Das Auswärtige Amt berief eine Krisensitzung ein, das Wirtschaftsministerium prüft den Antrag der deutschen Thomas-Cook-Tochter Condor auf einen Überbrückungskredit.
  • Aus der Unionsfraktion kommt die Forderung nach einer Änderung beim Bezahlmodus von Reisen.
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Berlin. Nach der Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook bereitet sich die Bundesregierung auf mögliche Konsequenzen für Touristen aus Deutschland vor. Das Auswärtige Amt habe eine Krisenvorsorgesitzung einberufen, sagte ein Ministeriumssprecher. Man sei mit allen betroffenen Stellen in Kontakt, darunter auch das Verkehrs- und das Wirtschaftsministerium, Branchenverbände und die Versicherung. Auch die Botschaften und Konsulate vor Ort seien informiert und stünden als Anlaufstelle zur Verfügung.

Mit Blick auf mögliche Kosten für Reisende betonte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, die Rechtslage in Deutschland sei eine andere als in Großbritannien. In Großbritannien stehe unmittelbar der Staat in der Pflicht. In Deutschland gebe es für die Reiseveranstalter dagegen eine Insolvenzpflichtversicherung. Diese hat eine Maximalsumme von 110 Millionen Euro. Offen blieb, was passiert, wenn dieser Deckel ausgeschöpft ist.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums bestätigte, dass die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor bei der Bundesregierung einen Überbrückungskredit beantragt hat. Dieser werde nun geprüft. Zur Höhe des Kredits und zum Zeitpunkt einer Entscheidung machte er keine Angaben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, im Gespräch sei eine Summe von rund 200 Millionen Euro.

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Union fordert Änderungen beim Bezahlmodus

Die rechtspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), forderte eine kürzere Frist für die Bezahlung von Reisen, um das finanzielle Risiko für Reisende zu minimieren. "Denen, die die Reise noch nicht angetreten haben, würde es helfen, wenn der Reisepreis erst kurz vor Antritt fällig würde. Das sollten wir als ersten Schritt angehen", sagte sie.

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