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Außenminister Maas: „Impfstoffnationalismus nicht der richtige Weg“

  • Bei einer Diskussion über internationale Gesundheitspolitik erteilt Bundesaußenminister Heiko Maas der „Impfstoffdiplomatie“ eine Absage.
  • Es gebe Staaten, die versuchten, ihren geopolitischen Einfluss zu erhöhen, sagte er mit Blick auf Russland und China.
  • Der Kampf gegen die Pandemie könne nur global gewonnen werden.
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Frankfurt/Main. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei einer Diskussion über internationale Gesundheitspolitik der „Impfstoffdiplomatie“ eine Absage erteilt.

Sie orientiere sich eher an „den Interessen von Ländern, die Impfstoffe zur Verfügung stellen als an denen von Ländern, die dringen auf Impfstoffe angewiesen sind“, sagte er am Samstag auf dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt. Es gebe Staaten, die so versuchten, ihren geopolitischen Einfluss zu erhöhen, sagte er mit Blick auf Russland und China.

„Impfstoffnationalismus ist nicht der richtige Weg“, betonte Maas. Der Kampf gegen die Pandemie könne nur global gewonnen werden. „Langfristig werden wir das nur hinbekommen, wenn auch alle um uns herum das hinbekommen“, verteidigte er die Entscheidung, bei der Impfstoffbestellung einen gemeinsamen europäischen Weg zu gehen.

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Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Spitzenreiter ist momentan das Saarland.  © dpa

Über Aussetzung von Patenten reden

Die Pandemie wirke wie ein Brennglas und zeige Schwächen im globalen Gesundheitssystem, sagte Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission in Tübingen. „Die Antwort muss über Impfstoffe hinaus gehen.“

Nötig sei es, resiliente Gesundheitssysteme etwa in unterentwickelten oder finanziell schwachen Ländern zu schaffen. Um die Weltbevölkerung impfen zu können, müsse auch über die Aussetzung von Patenten geredet werden, ähnlich wie bei Medikamenten gegen HIV und Aids. „Es dient der globalen Sicherheit.“

Die Diskussion war wegen Corona ohne Publikum aufgezeichnet worden. Der noch bis Sonntag laufende Kirchentag findet großenteils digital statt.

RND/dpa

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