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Außenminister Maas: “Auf viele Jahre werden wir die Nato brauchen”

  • Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die Nato in einem Interview als “hirntot” bezeichnet.
  • Bundesaußenminister Heiko Maas widerspricht.
  • In einem Gastbeitrag schreibt er nun: “Auf viele Jahre werden wir die Nato brauchen.”
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Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hat auch im November zum "Berliner Salon" in den China Club geladen. Diesmal zu Gast: Bundesaußenminister Heiko Maas. Syrien und der Zustand der SPD waren da nur zwei Themen, die angesprochen wurden. Hier sehen Sie die Bilder der Veranstaltung.  @ Quelle: Janine Schmitz/photothek.net
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Berlin. Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich mit deutlichen Worten von der Nato-Kritik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron abgegrenzt und für das Bündnis geworben. In einem am Sonntag veröffentlichten Gastbeitrag für "Spiegel Online" schrieb der SPD-Politiker: "Auf viele Jahre werden wir die Nato brauchen. Sie steht für Lastenteilung, für internationale Kooperation, für Multilateralismus."

Wenn Europa eines Tages fähig sein werde, seine Sicherheit selbst zu verteidigen, "dann sollten wir die Nato weiterhin wollen". Ein starkes und souveränes Europa werde als Teil einer starken Nato und nicht als deren Ersatz gebraucht.

Macron, der an diesem Sonntag nach Deutschland kommt, hatte die Nato in der vergangenen Woche in einem Interview als "hirntot" bezeichnet. Es gebe bei strategischen Entscheidungen keine Koordinierung zwischen den Nato-Ländern und den USA. Er forderte mehr europäische Eigenständigkeit und warnte, die USA seien kein zuverlässiger Partner mehr. Kanzlerin Angela Merkel hatte die Einlassung Macrons bereits zurückgewiesen.

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“Eine Außen- und Sicherheitspolitik ohne Washington wäre unverantwortlich.”

Heiko Maas, Bundesaußenminister

Maas schrieb nun weiter, es wäre ein Fehler, "wenn wir die Nato unterminieren würden. Ohne die Vereinigten Staaten sind weder Deutschland noch Europa im Stand, sich wirkungsvoll zu schützen." Das habe zuletzt die russische Verletzung des INF-Vertrags über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen sehr deutlich gemacht. "Eine Außen- und Sicherheitspolitik ohne Washington wäre unverantwortlich, eine Entkopplung europäischer und amerikanischer Sicherheit gefährlich."

Merkel: Europäer müssen in Nato mehr Verantwortung übernehmen

Nach der Nato-Kritik Macrons hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Militärallianz bekräftigt und die Europäer in die Pflicht genommen. „Die Nato, das transatlantische Bündnis, ist der zentrale Pfeiler unserer Verteidigung“, sagte Merkel am Sonntag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. „Allerdings wird immer klarer, dass wir Europäer, die europäischen Mitgliedstaaten in der Nato, in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen müssen.“

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Merkel verwies auf die sogenannte strukturierte Zusammenarbeit der meisten EU-Staaten im Bereich der Verteidigungspolitik und auf die gemeinsame Entwicklung von Waffensystemen, um Kräfte zu bündeln und effizienter arbeiten zu können. „Deutschland und Frankreich sind hier an der Spitze der Entwicklung“, sagte Merkel.

Maas wirbt für Europäischen Sicherheitsrat

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Maas warb auf Spiegel Online erneut für einen Europäischen Sicherheitsrat, in dem auch Großbritannien "mit von der Partie sein" müsse. "Wir brauchen ein solches Gremium als den Ort, an dem die Europäer ihre außen- und sicherheitspolitische Arbeit bündeln, im institutionellen Gefüge der Europäischen Union und darüber hinaus. Großbritannien muss mit von der Partie sein, auch wenn es die Union verlässt."

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte bereits im März in einem Europa-Konzept dafür plädiert, in einem "Europäischen Sicherheitsrat unter Einbeziehung Großbritanniens" über gemeinsame außenpolitische Positionen zu entscheiden und gemeinsames Handeln in der Sicherheitspolitik zu organisieren.

In der vergangenen Woche hatte die Verteidigungsministerin dann unter anderem einen Nationalen Sicherheitsrat vorgeschlagen, um Deutschland auf größere militärische Aufgaben vorzubereiten. Damit könne schneller und effektiver auf Krisen reagiert werden.

RND/dpa