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Umstrittener Gerichtsbeschluss

Wikileaks-Mitbegründer Domscheit-Berg fordert: Assange frei lassen

Unterstützer von Wikileaks-Gründer Julian Assange demonstrieren am Mittwoch vor einem Londoner Gericht.

Berlin. Der deutsche Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Daniel Domscheit-Berg, hat nach dem jüngsten Gerichtsbeschluss in Großbritannien vor der nahenden Auslieferung von Julian Assange an die USA gewarnt.

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„Die Entscheidung in London hat mich sehr schockiert, auch wenn sie sich abgezeichnet hat; das ist eine entsetzliche Situation“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich sehe nicht, wie in den USA ein fairer Prozess gewährleistet werden soll. Ich setze mich vielmehr stark dafür ein, dass Julian Assange frei gelassen wird. Die letzten Jahre waren Strafe genug.“

Domscheit-Berg sagte weiter, er sei mit dem Australier seinerzeit „nicht im Guten auseinander gegangen“. Doch hier gehe es offenbar vor allem darum, an einem Whistleblower ein Exempel zu statuieren und Journalisten in diesem Kontext einen Dämpfer zu verpassen. „Sinn und Zweck ist Abschreckung. Das ist der vollkommen falsche Weg.“

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Domscheit-Berg verließ Wikileaks 2010 nach einem Konflikt mit Assange und kritisierte später dessen Arbeitsweise als zunehmend autoritär und undurchsichtig.

Wikileaks-Gründer Assange drohen in den USA 175 Jahre Haft

Die Auslieferung von Assange in die Vereinigten Staaten war am Mittwoch einen Schritt näher gerückt. Der Westminster Magistrates Court erließ in London den formellen Auslieferungsbeschluss. Dieser geht nun zur endgültigen Entscheidung an die britische Innenministerin Priti Patel.

Die US-Justiz will dem 50-Jährigen wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Assange wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

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Seine Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat und an dem nun ein Exempel statuiert werden soll.

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Assange ist mittlerweile seit mehr als drei Jahren in dem Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh inhaftiert. Vorher hatte er sich jahrelang in der Botschaft Ecuadors in Großbritannien aufgehalten.

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