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Auslandsreisen: US-Präsident Biden will Führungsanspruch der USA bekräftigen

  • Mit seinen ersten Auslandsreisen will US-Präsident Joe Biden den Führungsanspruch der USA im Kampf mit den Herausforderungen der Gegenwart bekräftigen.
  • Für Biden sind das die Corona-Pandemie, der Klimaschutz, aber auch eine gemeinsame Haltung gegenüber Russland und China.
  • Für die USA ist das auch eine Abkehr von Trumps „America first“-Politik.
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Washington. US-Präsident Joe Biden will mit der ersten Auslandsreise seiner Amtszeit die Führungsrolle der USA in der Welt erneuern und Vertrauen der europäischen Verbündeten zurückgewinnen. In einer Abkehr von der „America first“-Politik seine Vorgängers Donald Trump will er nach Angaben seines Nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan „die Demokratien der Welt versammeln, um die Herausforderungen unserer Zeit anzupacken.“

Biden reist am Mittwoch zur ersten Station seiner achttägigen Europareise, Großbritannien. Beim G7-Gipfel in Cornwall und dem Nato-Gipfel in Brüssel kommende Woche will er versichern, dass die Verbündeten auf die USA als verlässlichen Partner zählen können - gerade in einer Zeit erheblicher Spannungen durch die aggressive Politik Russlands gegenüber der Ukraine, die bei den osteuropäischen Nato-Partnern für Unruhe sorgt.

Hinzu kommen massive Angriffe mutmaßlich russischer Hacker auf wichtige Infrastruktur sowohl in den USA als auch in der EU, die bei Bidens Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Ende seiner Reise in Genf eine Rolle spielen dürften. Bidens Agenda ist aber noch sehr viel weiter gefasst: Neben dem Konfliktpotenzial mit dem zunehmend als autoritär wahrgenommenen Russland wird es um eine abgestimmte Haltung der Verbündeten gegenüber China gehen.

Sowohl das chinesische Streben nach wirtschaftlicher Dominanz als auch ein hartes Vorgehen Pekings gegen Minderheiten wie die muslimischen Uiguren und die Demokratiebewegung in Hongkong haben in Washington bislang schärfere Reaktionen als in Europa ausgelöst.

Themen: Corona und Klimaschutz

Und natürlich wird die Corona-Pandemie ein ebenso wichtiges Thema sein wie der globale Klimaschutz, den sich Biden im Gegensatz zu Trump auf die Fahnen geschrieben hat. „In diesem Moment globaler Ungewissheit, in der die Welt immer noch mit einer einmal im Jahrhundert vorkommenden Pandemie kämpft, geht es bei dieser Reise darum, Amerikas erneuertes Engagement für Verbündete und Partner einzubringen“, schrieb Biden in einem Artikel über seine erste Auslandsreise in der „Washington Post“.

Es gehe darum, „das Leistungsvermögen von Demokratien zu demonstrieren, die Herausforderungen dieses neuen Zeitalters sowohl zu meistern als auch zurückzudrängen.“

Erster Punkt auf Bidens Europareise ist ein noch am Mittwoch geplanter Besuch bei in Großbritannien stationierten US-Soldaten. Am Donnerstag ist ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson vorgesehen, dann folgt der G7-Gipfel in Cornwall.

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Vieraugengespräch mit Erdogan

In Brüssel ist am Rande der Nato-Beratungen ein Vieraugengespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgesehen. Den Konsultationen mit den Verbündeten, die den Zusammenhalt erneuern und stärken sollen, folgt dann das Treffen mit Putin in Genf.

RND/AP

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