Ausgetrickst: Erfurts Oberbürgermeister untergräbt für Weihnachtsmarkt Corona-Regeln

Die Händler haben ihre Buden für den Erfurter Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz aufgebaut.

Die Händler haben ihre Buden für den Erfurter Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz aufgebaut.

Die Inzidenzen und Hospitalisierungsraten steigen weiter, daher werden viele Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland abgesagt. Nicht jedoch in Erfurt, dort soll der Weihnachtsmarkt am Dienstag seine Tore für bis zu 6000 Besucherinnen und Besucher öffnen. Im pandemiegeplagten Thüringen dürfen aktuell aber maximal 2000 Personen an einer Veranstaltung im Freien teilnehmen. Erfurts Oberbürgermeister Bausewein nutzt dafür ein Schlupfloch der Corona-Verordnungen und teilt den Weihnachtsmarkt in drei Teile. „Nirgendwo in der Verordnung des Landes steht geschrieben, dass eine Stadt nur einen Weihnachtsmarkt eröffnen darf. Deshalb eröffnen wir einfach drei.”

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Die Kritik an der Entscheidung des SPD-Oberbürgermeisters ist enorm, angesichts einer Inzidenz von über 500 und einer Hospitalisierungsrate von 15,4 in der Stadt. Bausewein rechtfertigt seine Entscheidung im Rahmen einer Pressemitteilung mit finanziellem Druck: Die Stadt habe bereits 400.000 Euro in ein Besuchermanagementsystem und Sicherheitskräfte investiert, mit nur 2000 Personen würden die Kosten den Nutzen übersteigen. Zudem würden viele Händler und Gastronomen bei der geringen Personenzahl aus denselben Gründen absagen.

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Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zweifelt an der Sinnhaftigkeit einer Öffnung von Weihnachtsmärkten: „Das Problem bei Weihnachtsmärkten ist: Viele Menschen kommen aus vielen Gegenden zusammen, es ist oft ein Gedränge. Es birgt einfach eine höhere Gefahr”, sagte Werner am Wochenende. Eine Sprecherin von Werner teilte Focus Online mit, erst nach der thüringischen Kabinettssitzung am Dienstag und der Landtagsentscheidung am Mittwoch werde man Klarheit haben.

RND/ab

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