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Augenzeuge zu Beirut: “Die ganze Stadt sieht aus wie ein Schlachtfeld”

  • Der Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung im Libanon hat die Explosion in Beirut erlebt.
  • “Das war wie eine Atomexplosion mit einem riesigen Pilz”, sagt er im RND-Gespräch.
  • Er sei vor der Druckwelle hinter eine Wand geflüchtet, um Schutz vor dem zersplitternden Glas zu suchen.
Juliane Schultz
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Berlin. Kristof Kleemann ist Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung im Libanon und wohnt 750 Meter vom Hafen in Beirut entfernt. Noch unter Schock schildert er, wie er die verheerende Detonation in Beirut, bei der am Dienstag mehr als 100 Menschen getötet wurden, erlebt hat.

“Ich kam gerade nach Hause, als ich die erste Explosion hörte. Es fühlte sich an wie ein kleines Erdbeben”, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Die ganze Erde wackelte.” Dann habe er eine Rauchwolke am Hafen gesehen. “Drei oder vier Minuten später gab es dann die ganz große Explosion. Das war wie eine Atomexplosion mit einem riesigen Pilz.”

Kristoph Kleemann ist Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung im Libanon. Er wohnt in Beirut. © Quelle: privat/Twitter
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Er sei vor der Druckwelle hinter eine Wand geflüchtet, um Schutz vor dem zersplitternden Glas zu suchen. In seiner Wohnung seien alle Türen aus den Angeln gerissen worden, die Fenster seien kaputt oder lägen auf der Straße: “Meine Wohnung ist jetzt komplett unbewohnbar.”

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Schwere Explosion in Beirut
0:54 min
Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Gesundheitsminister teilte mit, dass es sehr viele Verletzte gegeben habe.  © Reuters

Kleemann sei dann auf die Straße gelaufen und musste feststellen: “Die ganze Stadt und die Viertel nahe am Hafen sehen aus wie ein Schlachtfeld.” Auf der Straße habe er viele Verletzte gesehen. Er selbst blieb unverletzt, habe jedoch eine Freundin ins Krankenhaus gefahren. Dort hätten sich dramatische Szenen abgespielt.

“Weil man hier mit Corona total überlastet ist, kommen die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen und haben zum Teil ihre Tore geschlossen”, erzählt Kleemann. “Sie haben keine Patienten mehr angenommen oder nur noch die, die unmittelbar Hilfe brauchten, um zu überleben. Man sah richtige Menschentrauben vor den Krankenhäusern, um an ihre Behandlung zu kommen.”

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Kleemann berichtet weiter, er habe aber auch viel Solidarität beobachten können: “Die Leute haben fremde Menschen, die ihre Wohnungen verloren haben, bei sich aufgenommen. So funktioniert das hier, weil man sich auf die staatlichen Strukturen nicht verlassen kann.” Es sei nicht einfach für ihn, das Gesehene zu verarbeiten.

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