Attentat auf Oktoberfest: Bundesjustizministerin Lambrecht will Opfern helfen

  • 40 Jahre nach dem Attentat auf dem Münchner Oktoberfest mit 13 Toten und 221 Verletzten hat es der Generalbundesanwalt als rechtsextremistisch eingestuft.
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) stellt nun finanzielle Unterstützung in Aussicht.
  • Bisher war nur wenig Geld geflossen.
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Berlin. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will die Opfer des Münchner Oktoberfestattentats von 1980 finanziell unterstützen.

“Vor rund 40 Jahren ereignete sich das grausame Oktoberfestattentat”, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Zwölf unschuldige Besucherinnen und Besucher des Oktoberfests wurden getötet. Hunderte weitere wurden zum Teil schwer verletzt.”

Der Generalbundesanwalt habe nun 40 Jahre später “eine eindeutig rechtsextremistische Motivation des Täters festgestellt”, fügte Lambrecht hinzu. Für sie sei deshalb klar: “Der Staat muss das fürchterliche Leid der Betroffenen des Oktoberfestattentats anerkennen.”

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Ihr Haus sei schon mit der Stadt München im Gespräch, “wie wir uns mit den vielen Opfern des schrecklichen Attentats solidarisch zeigen können. Damit zeigen wir auch viele Jahre nach der Tat, dass wir auf der Seite der Opfer stehen und solche rechtsextremistisch motivierten Taten nicht dulden.”

Vorschläge angekündigt

Die SPD-Politikerin nannte es überdies unerträglich, dass Rechtsextremisten und Rassisten auch heute noch andere Menschen in Deutschland angriffen, und verwies unter anderem auf die antisemitischen und rassistischen Morde von Halle und Hanau.

Sie werde jetzt im Kabinettsausschuss zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und Rassismus Vorschläge zum Schutz und zur Unterstützung der Opfer von rechter Gewalt unterbreiten.

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Ein Sarg wird vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest weggetragen. © Quelle: Frank Leonhardt/dpa

“Der Staat muss stärker für die Betroffenen von Rassismus und Menschenhass da sein”, betonte Lambrecht. “Daran werden wir in den nächsten Monaten intensiv arbeiten und Vorschläge vorlegen.”

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Bereits vor der Ministerin hatte ein Ministeriumssprecher eine Entschädigung der Opfer in Aussicht gestellt.

Eine Million D-Mark geflossen

Der Anschlag auf das Oktoberfest war bisher nicht eindeutig als politische Tat eingestuft worden. Am Mittwoch hatte die Bundesanwaltschaft aber mitgeteilt, dass der damalige Attentäter Gundolf Köhler aus einer rechtsextremistischen Motivation heraus gehandelt habe. Köhler hatte am Abend des 26. September 1980 eine Bombe am Haupteingang zum Münchner Oktoberfest gezündet. 13 Menschen wurden getötet, unter ihnen der Attentäter. Mehr als 221 Personen wurden teilweise schwer verletzt.

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Der “tageszeitung” zufolge hatte die Stadt München die Opfer in den Jahren 1981 und 1982 mit einer Million D-Mark entschädigt und 2018 einen Opferfonds von 50.000 Euro aufgelegt. Dieser wurde 2019 um weitere 50.000 Euro aufgestockt.

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