Atomstreit: Maas wirft Iran „Spiel mit dem Feuer“ vor

  • Zusammen mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien und den USA hat Außenminister Heiko Maas das Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran abgestimmt.
  • Das Land hatte zu Wochenbeginn angekündigt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ab kommender Woche den unbegrenzten Zugang zu Atomanlagen zu verwehren.
  • Die Außenminister rufen den Iran zur Umkehr auf.
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Paris. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die USA haben den Iran davor gewarnt, den Zugang der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zu seinen Anlagen zu beschränken. Dies wäre eine “gefährliche Entscheidung”, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister der vier Staaten, die am Donnerstag nach Beratungen der Ressortchefs veröffentlicht wurde. Die Minister riefen Teheran eindringlich dazu auf, “die Konsequenzen einer so schwerwiegenden Maßnahme abzuwägen, insbesondere jetzt, da sich neue diplomatische Möglichkeiten eröffnen”.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte den Iran im Atomstreit zuvor zur Umkehr aufgerufen. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer, das Teheran dort betreibt“, sagte Maas am Donnerstag vor dem Treffen.

Der Iran hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zu Wochenbeginn darüber informiert, dass er sich von Dienstag nächster Woche an einen zentralen Teil des Abkommens zur Verhinderung einer iranischen Atombombe nicht mehr halten werde. Den Inspektoren soll dann der unbegrenzte Zugang zu Atomanlagen verwehrt werden. Damit bliebe von dem Abkommen de facto nichts mehr übrig.

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Das Atom-Abkommen war 2015 zwischen dem Iran sowie den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China geschlossen worden. Unter Präsident Donald Trump stiegen die USA 2018 aus. Seit dem Machtwechsel im Weißen Haus gibt es Hoffnung, dass die USA zurückkehren.

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Die USA äußerten am Donnerstag erneut Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Iran über eine Rückkehr beider Seiten zu den Vereinbarungen des Atomabkommens: Wenn Teheran seinen Verpflichtungen darin wieder uneingeschränkt nachkomme, würden die USA gleichziehen. Die USA seien bereit, mit dem Iran entsprechende Gespräche aufzunehmen. Der Iran wiederum hat zuletzt immer wieder betont, erst nach einem ersten Schritt der USA zu dem Abkommen zurückkehren zu wollen.

RND/dpa

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